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Schwerer Waffenträger Infanterie – erstes Fahrzeug kommt in weniger als drei Monaten

Nachdem die beiden Bundestagsausschüsse für Verteidigung und Haushalt gestern den Weg für die Beschaffung von 123 sogenannten Schweren Waffenträgern Infanterie im Wert von 1,9 Milliarden Euro freigemacht haben, wurde heute im Rahmen einer digitalen Unterzeichnungszeremonie ein entsprechender Government-to-Government-Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der australischen Regierung geschlossen. Wie das Bundeswehrbeschaffungsamt BAAINBw in einer Mitteilung schreibt, wird Australien zur Lieferung der Waffensysteme einen entsprechenden Produktionsvertrag mit dem Hersteller Rheinmetall Defence Australia (RDA) abschließen.

Dem BAAINBw zufolge wird das zu Nachweiszwecken notwendige Referenzfahrzeug noch in diesem Halbjahr an die Bundeswehr übergeben. Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen bereits im Vorfeld der Vertragsschließung in Vorleistung gegangen ist. Wie hartpunkt bereits gestern berichtet hat, ist die Lieferung der ersten 19 Serienfahrzeuge für 2025 geplant. Danach sollen jedes Jahr rund 25 Waffenträger bis Anfang 2030 zulaufen.

Wie Rheinmetall heute in einer Meldung schreibt, werden die  für die Bundeswehr vorge­sehenen Fahrzeuge mit Masse unter Nutzung von Produktions­kapazitäten des  Rheinmetall-Kompe­tenzzentrums für militärische Fahrzeuge (MILVEHCOE) in Redbank im Südosten von Queensland gebaut – zusammen mit den für die australischen Streitkräfte produzierten Radspähpanzern.

Wie Rheinmetall weiter schreibt, war bereits im Jahr 2023 eine umfassende deutsch-australische Kooperation auf den Weg gebracht worden. So hatten Bundeskanzler Olaf Scholz und der australische Premierminister Anthony Albanese demnach im Juli 2023 in Berlin am Rande eines Deutschland-Besuchs ein entsprechendes Grundsatz­abkommen vereinbart. Eine Zusammenarbeitserklärung sei zuvor am 23. März 2023 in Canberra durch den australischen Minister für Verteidigungsindustrie, Pat Conroy MP, und den deutschen Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Thomas Hitschler, unterzeichnet worden, heißt es in der Mitteilung. Damit sei die Grundlage für die weitere vertragliche Ausgestaltung zwischen dem australischen und dem deutschen Verteidigungsministerium sowie auch Rheinmetall gelegt.

Bei dem Schweren Waffenträger Infanterie handelt es sich um ein auf Basis des australischen Radspähpanzers Boxer Combat Reconnaissance Vehicle Block II entwickeltes Gefechtsfahrzeug für die direkte taktische Feuerunterstützung der Jägertruppe. Das Fahrzeug soll dort die in die Jahre gekommenen Waffenträger Wiesel ersetzen und das Kerngerüst für die neue Fähigkeitskategorie Mittlere Kräfte des Heeres bilden. Dem Vernehmen nach wird jedes Bataillon zunächst in der schweren Kompanie drei Züge mit je vier Fahrzeugen erhalten.

Eingesetzt werden soll der Schwere Waffenträger von den Jägerverbänden der zukünftigen Mittleren Kräften, die sich auf Radfahrzeuge abstützen und so selbst in den Operationsraum verlegen können. Diese bilden gemeinsam mit den luftbeweglichen und den schweren Kräften, zu denen Panzer- und Panzergrenadiere gehören, das Fähigkeitsspektrum des Heeres ab. Die Schweren Waffenträger sollen die etwa 30 Jahre alten Wiesel-Kettenfahrzeuge mit Maschinenkanone und Lenkflugkörper ersetzen und der Truppe mehr Durchschlagskraft verleihen. Dem Vernehmen nach wird jedes Bataillon zunächst in der schweren Kompanie drei Züge mit je vier Fahrzeugen erhalten.

Für die Durchsetzungsfähigkeit wird der Schwere Waffenträger Infanterie über einen bemannten Rheinmetall-Turm mit der Bezeichnung Lance 2 Block II erhalten. Die Bewaffnung besteht aus der Maschinenkanone MK30-2 im Kaliber 30 x 173 mm, wie sie auch im Schützenpanzer Puma eingebaut ist sowie einem Turm-Maschinengewehr im Kaliber 7,62 x 51 mm. Darüber hinaus soll der Waffenträger einen integrierten Launcher für Panzerabwehrlenkflugköper des Typs MELLS erhalten.
wg

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