Hanwha erhält Milliardenauftrag für Redback-Schützenpanzer

Hanwha Defense Australia (HDA) hat nach eigenen Angaben mit dem Commonwealth of Australia einen Vertrag im Wert von rund 4 Milliarden australischen Dollars über die Lieferung von 129 Schützenpanzern  des Typs Redback unterzeichnet.

Wie es in einem Eintrag des Unternehmens auf der Plattform Linkedin heißt, werden im Rahmen des Programms alle 129 Fahrzeuge in Australien hergestellt. Die Auslieferung der Panzer solle 2027 beginnen und die gesamte Flotte bis 2028 ausgeliefert werden. Acht Prototypfahrzeuge werden den Angaben zufolge im Laufe des Programms sowohl in Südkorea als auch in Australien hergestellt.

Der Vertrag umfasst Hanwha zufolge die Entwicklung und Lieferung der Komponenten des Schulungssystems und des Unterstützungssystems bis zur Endabnahme im Jahr 2029, wobei ein erster Unterstützungsvertrag für die ersten fünf Jahre nach der Auslieferung gilt.

„Der Auftrag stellt eine weitere Stärkung der Hanwha-Präsenz in Australien dar, neben den AS9- und AS10-Huntsman-Fahrzeugen unter LAND 8116 für die australischen Verteidigungskräfte. Die Beziehungen zwischen Australien und Südkorea wachsen schnell, und wir freuen uns, Teil dieser wachsenden Beziehung zu sein“, wird Jae-il Son, Präsident und CEO von Hanwha Aerospace, in der Mitteilung zitiert.

Australien hatte im Juli dieses Jahres bekanntgegeben, dass HDA als bevorzugter Partner für das Projekt LAND 400 Phase 3 ausgewählt wurde. Die 129 Fahrzeuge sollen nach Angaben des Unternehmens im Hanwha Armoured Vehicle Centre of Excellence (H-ACE), das derzeit in Geelong gebaut wird, produziert wird. Rheinmetall war mit seinem Schützenpanzer Lynx bis zur Auswahlentscheidung der einzige Wettbewerber der Koreaner. Die Deutschen ziehen durch die Auswahl des koreanischen Konzerns bei diesem Milliardenprojekt nun den Kürzeren.

Dagegen sollen die Schweren Waffenträger Infanterie für das Deutsche Heer, bei dem es sich um einen Boxer mit bemanntem 30mm-Turm handelt, der fast identisch mit dem australischen Combat Reconnaissance Vehicle ist, weiterhin in Australien von einer Rheinmetall-Tochter gebaut werden. Dem Vernehmen nach sollen die Australier wegen technischer Probleme jedoch im Verzug sein. Deshalb dürfte die Beschaffungsvorlage für den Schweren Waffenträger Infanterie nicht mehr in diesem Jahr ins Parlament gehen. Was dann aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung im kommenden Jahr aus dem Projekt wird, bleibt abzuwarten.
lah/12/8.12.2023