Verteidigungsausschuss veröffentlicht Bericht zur Einsatzbereitschaft der britischen Streitkräfte

Der Verteidigungsausschuss des britischen Unterhauses hat am 4. Februar seinen Bericht über die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte seiner Majestät veröffentlicht, der frei zugänglich ist. Untersucht wurde dem Bericht zufolge die Einsatzfähigkeit der Truppe, sprich „die Befähigung, Personal und Ausrüstung innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu verlegen, das Personal für den effektiven Einsatz dieser Ausrüstung auszubilden und die Streitkräfte in die Lage zu versetzen, den Einsatz bis zur Erfüllung des Auftrags durchzuhalten“.

Die Ergebnisse der Untersuchung besagen, dass Großbritannien durchaus in der Lage ist, auf Krisen zu reagieren und seine Streitkräfte in einen Dauereinsatz zu entsenden. Nicht jedoch ohne diese einer „Überbeanspruchung“ auszusetzen. Zweifel hingegen gibt es bezüglich der Fähigkeit der Truppe, über längere Zeit in einem Krieg hoher Intensität bestehen zu können. Auch die Befähigung zur strategischen Einsatzfähigkeit „strategic readiness“ wird von den Autoren des Berichts angezweifelt. Gemeint ist damit „die Kompetenz des Staates, alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel zur Unterstützung von Kriegseinsätzen zu ermitteln und einzusetzen“. Hier kommen die Autoren zu dem Schluss, dass es sich eher um ein Konzept handelt, welches im Rahmen der Regierung diskutiert wird, als um gelebte Realität.

Die Lage der britischen Streitkräfte wird generell als überbeansprucht dargestellt. Dem Bericht zufolge sind weder Mittel noch Fähigkeiten ausreichend vorhanden, um die verschlechternde Sicherheitslage bewältigen zu können. Weiterhin verliert die Truppe mehr Personal als sie nachrekrutieren kann. Grund dafür sei die ständige Überlastung, welche sich „negativ auf die Personalbindung auswirkt und die Entwicklung der Kampfbereitschaft verzögert“. Es wird daher empfohlen, entweder die operative Belastung signifikant zu reduzieren oder die Finanzierung der Streitkräfte zu erhöhen.

Die Autoren des Untersuchungsberichts bemängeln zudem die Mitarbeit der Regierung bei der Erstellung der Analyse. „Wichtige Informationen, die vor einem Jahrzehnt leicht zugänglich waren, werden aus unklaren Gründen nicht mehr veröffentlicht, und die Regierung hat übermäßig lange gebraucht, um auf unsere Informationsanfragen zu reagieren“, so die Autoren.

Der vollständige Bericht, samt einer ausführlichen Analyse der aufgeführten Kritikpunkte sowie die Bewertung der Einsatzfähigkeit der einzelnen Teilstreitkräfte in englischer Sprache kann als PDF hier frei heruntergeladen werden: Ready for War?
wg