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Baden-Württemberg soll Anfang 2019 übergeben werden

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Die eigentlich noch für das vierte Quartal dieses Jahres geplante erneute Übergabe des Typschiffs der Fregattenklasse F125, der Baden-Württemberg, an die Marine ist nicht mehr zu halten. Die Ablieferung des ersten Schiffes der Klasse F125 verschiebe sich „aufgrund geschuldeter Leistungen des Auftragnehmers“ in das erste Quartal 2019, heißt es im aktuellen Rüstungsbericht des Verteidigungsministeriums.

Daraus ergebe  sich eine prognostizierte Verzögerung von 51 Monaten gegenüber der ersten parlamentarischen Befassung und von  32 Monaten gegenüber dem aktuellen Vertrag.

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Als Hauptursachen für die Verzögerung sieht das BMVG insbesondere „abnahmehemmende Mängel“ im Bereich des Einsatzsystems, der RCESM-Anlage KORA  für den elektronischen Kampf und des schweren Maschinengewehres. RCESM steht für Radar and Communication Electronic Support Measures.

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Ende September wurde dem Bericht zufolge mit der ARGE F125 eine Absichtserklärung zur Abnahme der Baden-Württemberg und dem weiteren Vorgehen bei der RCESM-Anlage unterschrieben. Demzufolge werde Schiff 1 voraussichtlich Ende Februar 2019 durch die Industrie abgeliefert. „Da bis dahin die Abnahmereife nicht in Gänze erbracht wird, ist ein Einbehalt vorgesehen“, heißt es weiter. Über die Abnahme der weiteren Schiffe werde im Frühjahr 2019 entschieden. Die Übergabe der Baden-Württemberg an die Marine wird für März 2019 angestrebt. Der Abschluss der Einsatzprüfung des Schiffes ist für den Februar 2020 vorgesehen.

Die neuen Zeitlinien für eine mögliche Abnahme und die daraus resultierend Aufnahme des Fahrbetriebs der First of Class stellten zwar einen positiven Schritt dar, die  Summe der Einschränkungen bei Waffenfunktionsketten (HMG, RAM in Verbindung mit der RCESM-Anlage, 127mm in Verbindung mit der Munition) verhinderten jedoch das Erreichen der so genannten Initial Operating Capacity (IOC) und damit die Befähigung zur Wahrnehmung von Einsatzverpflichtungen.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, wurden die  Funktionsnachweise Waffen und Führungsmittel ohne den RCESM-Anteil, Informationsübertragungssysteme und Integriertes Leit- und Automationssystem Schiffstechnik bestanden. Die für die Einsatzprüfung erforderlichen Änderungsanträge seien in Umsetzung. Die Integration der RCESM-Anlage werde auf Schiff 2 fortgesetzt und die Anlage in zwei Paketen weiterentwickelt. Das Ministerium kalkuliert im Augenblick mit dem  Erreichen der operativen Einsatzfähigkeit bis Ende 2021 mit Paket 2.

Die Verzögerungen spiegeln sich offenbar auch finanziell wieder: Für die Gewährleistung der Einsatzreife des Schiffes wurden im Haushaltsjahr 2019 laut Bericht 73 Mio EUR zusätzlich eingeplant. „Die verspätete Auslieferung der ersten Einheit wirkt sich bereits jetzt negativ auf die operative Einsatzplanung als auch auf das feine Planungsgeflecht von Personal- und Ausbildungsplanung und die einsatzvorbereitende Ausbildung aus“, konstatieren die Autoren des Berichts.
lah/12/13.2.2018