MBDA und PGZ wollen neuen Flugkörper entwickeln

Der europäische Flugkörperhersteller MBDA und der polnische Rüstungskonzern PGZ haben auf der Messe MSPO in Kielce eine Vereinbarung zur Entwicklung eines neuen kostengünstigen Abfangflugkörpers mittlerer Reichweite unterzeichnet. Wie MBDA in einer Mitteilung schreibt, soll der als CAMM-MR bezeichnete Flugkörper alle Anforderungen einer fortschrittlichen bodengebundenen und seegestützten Luftverteidigung erfüllen.

Die Absichtserklärung zwischen MBDA und PGZ folge auf die Regierungsvereinbarung zwischen Großbritannien und Polen. Diese sehe vor, die Entwicklung eines gemeinsamen Lenkflugkörpers auf der Grundlage der Common Anti-air Modular Missile (CAMM)-Familie im Rahmen der Strategischen Partnerschaft 2030 zwischen Großbritannien und Polen voranzutreiben.

Der Mitteilung zufolge wurde das AMM-MR-Flugkörperkonzept im Auftrag des polnischen Verteidigungsministeriums entwickelt. Der neue Lenkflugkörper soll neben CAMM und CAMM-ER die Fähigkeiten der integrierten Luftverteidigung (IAMD) im Rahmen der Programme MIECZNIK und PILICA+/NAREW/WISLA ergänzen.

Nach Aussage von Sebastian Chwałek, Vorstandsvorsitzender von PGZ, soll  CAMM-MR sowohl den polnischen als auch den britischen Streitkräften als gemeinsame Munition  mit zwei Produktionslinien dienen.  „Wir freuen uns als ein solider und strategischer Partner von MBDA, insbesondere im Bereich Design und Entwicklung unsere Kapazitäten, wie z.B. das HWIL Labor, zur Verfügung zu stellen“, wird Chwałek zitiert.

MBDA arbeitet nach eigenen Angaben derzeit mit PGZ zusammen, um die Fähigkeiten im Bereich Lenkflugkörper für Polen zu erweitern. Die Aktivitäten betreffen unter anderem die Programme PILICA+, NAREW, MIECZNIK und OTTOKAR BRZOZA. MBDA unterstütze die Programme mit dem Wissens- und Technologietransfer an die polnische Verteidigungsindustrie.
lah/12/6.9.2023