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Industrie-Setting offenbar noch unklar

Das  BMVg hat in dieser Woche mitgeteilt, als Plattform für die Signalerfassende Luftgestützte Weiträumige Überwachung und Aufklärung (SIGINT) im Rahmen des Vorhabens Pegasus statt der US-Drohne Triton ein Geschäftsreiseflugzeug zu nutzen.  Begründet wird dies unter anderem damit, dass bei der Triton-Lösung die der NATO zugesagte Forderung nach einer Anfangsbefähigung ab dem Jahr 2025 nicht zu erfüllen sei.

Beobachter stellen sich jetzt die Frage, welche industriellen Partner an dem geänderten Vorhaben beteiligt werden. Im Rahmen der alten Pegasus-Variante war dem Vernehmen nach vorgesehen, Airbus als Generalunternehmen zu beauftragen, während Hensoldt als Unterauftragnehmer das Aufklärungsmoduls ISIS liefern sollte. Insbesondere die Zertifizierung und Zulassung der Drohne für den europäischen Luftraum machte Airbus als Systemintegrator offenbar unverzichtbar vor dem Hintergrund der gescheiterten Beschaffung des Vorgänger-Modells Euro-Hawk.

Da das BMVg nun offenbar die Beschaffung von Flugzeugen des Typs Bombardier Global 6000 prüft, wäre dagegen auch eine andere industrielle Partnerschaft denkbar. Gut informierten Kreisen zufolge, würden bei einem anderen Ansatz  Hensoldt und die Lufthansa Technik gemeinsam die Integration des Aufklärungsmoduls und der Antennen in den Business-Jet vornehmen. Die Lufthansa Technik hat bereits Erfahrung mit der Bundeswehr. Erst vor einigen Monaten lieferte das Unternehmen einen Airbus A 319 mit neuester Kameratechnik für die Nutzung durch die Luftwaffe im Rahmen des  Rüstungskontrollvertrags Open Skies aus.

Wann eine Entscheidung zur industriellen Konstellation bei Pegasus fallen wird, ist im Augenblick jedoch schwer abzuschätzen. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums konnte auf Nachfrage die Zeitlinie für die weiteren Schritte  des Vorhabens nicht skizzieren, da ihrer Aussage zufolge die haushaltärische Befassung noch nicht erfolgt ist.
lah/31.1.2020

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