Werften geben finale Angebote ab

Die schleswig-holsteinische Werft German Naval Yards Kiel GmbH (GNYK) hat am heutigen 18. Juli das finale Angebot für den Bau des Mehrzweckkampfschiffes MKS 180 eingereicht. Zusammen mit dem Kooperationspartner thyssenkrupp Marine Systems bewirbt sich das Unternehmen um einen der  größten Marineaufträge in der Geschichte der Bundeswehr. GNYK sei der einzig verbliebene deutsche Generalunternehmer in dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb des Bundesverteidigungsministeriums, schreibt GNYK in einer Mitteilung.

Auch die zweite im Wettbewerb verbliebene Werftgemeinschaft, bestehend aus der niederländischen Damen Schelde Naval Shipbuilding  und der mittlerweile zu Lürssen gehörenden Werft Blohm + Voss, hat heute ihr Angebot für das MKS 180 eingereicht, wie ein Damen-Sprecher bestätigte.

Jörg Herwig, Geschäftsführer von GNYK, wird in der Meldung seines Unternehmens mit den Worten zitiert: „Mit der Abgabe unseres Angebotes haben wir alles in unserer Macht Stehende getan, damit dieser Auftrag nach Deutschland kommt. Sollten wir am Ende den Zuschlag erhalten, werden nicht nur wir als Werft, sondern Hunderte kleinere und mittlere Unternehmen in ganz Deutschland von dem Projekt profitieren.“ Grundsätzlich sei es wichtig, Aufträge von der eigenen Regierung erhalten, um  unabhängiger von Exporten ins Ausland zu werden, so Herwig.

GNYK wird nach eigenen Angaben die Entwicklung, Konstruktion und Bau der MKS 180 in Deutschland durchführen. Geplant ist der Bau von zunächst vier Schiffen, mit einer Option für zwei weitere. Das Unternehmen rechnet mit einer Auswahlentscheidung des BMVg bis Ende 2019. Die neuen Schiffen sollen unter anderem mit einem Radar von Hensoldt sowie von Norwegen und Deutschland weiterentwickelten Seezielflugkörpern des Typs Naval Strike Missile ausgestattet werden.  Die Schiffe werden mit projektierten 155 Metern Länge und einer Verdrängung von 9.000 Tonnen voraussichtlich eine ähnliche Größe wie die US-Lenkwaffenzerstörer der Arleigh-Burke-Klasse aufweisen.
lah/12/18.7.2019