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SALIS-Vertrag der NATO vor der Verlängerung

Die so genannte Strategic Airlift Interim Solution (SALIS) der NATO, bei der das Verteidigungsbündnis  für rund ein Dutzend Partnerländer Lufttransportkapazitäten in Großraumflugzeugen des Typs Antonov 124 anmietet, steht offenbar vor der Verlängerung. Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, werden Verteidigungs- und Haushaltsauschuss des Bundestages voraussichtlich noch in dieser Woche einen entsprechenden Vertrag für die Anteile der Bundeswehr absegnen.

Demnach will das Verteidigungsministerium ab Januar 2017 etwas mehr als  2.000 Flugstunden im Zeitraum von zwei Jahren für die Bundeswehr fest buchen. Dabei  muss die NATO für den neuen SALIS-Vertrag diesmal gleich mit zwei Unternehmen verhandeln: der russischen Ruslan Salis GmbH und der ukrainischen Antonov Salis GmbH. Letztere war aus der Ruslan Salis hervorgegangen, nachdem  das Gemeinschaftsunternehmen aufgrund der politischen Spannungen zwischen beiden Ländern aufgelöst wurde. Bis dahin waren das russische Unternehmen Volga Dnepr und das Unternehmen Antonov aus der Ukraine Gemeinschaftseigentümer von Ruslan Salis.  Wie es heißt, verfügt die Ruslan Salis nun über 12 Flugzeuge des Typs Antonov 124-100, während der ukrainische Gegenpart sieben Maschinen besitzt.

Gut informierten Kreisen zufolge will die Bundeswehr für 1.080 Flugstunden im Jahr 2017 einen Betrag von etwas mehr als 52 Mio EUR aufwenden und 2018 für 980 Stunden noch einmal rund 48 Mio EUR. Offenbar werden rund 63 Prozent der Flugstunden von der russischen Partnerfirma erbracht. In Zeiten zunehmender Spannungen zwischen Russland und der NATO eine interessante Konstellation. Offenbar gibt es jedoch keine wirklichen Alternativen dazu, da einerseits die deutlich kleineren Flugzeuge des Typs A400M nur mit Verspätung und technischen Problemen zulaufen und andererseits keine anderen Transporter der Größenklasse einer Antonov 124 auf dem Markt verfügbar ist. Im Gegensatz zur A400M mit einer Nutzlast von 37 Tonnen kann eine An-124-100 – je nach Ausführung –  120 Tonnen oder sogar 150 Tonnen transportieren.
lah/12/13.12.2016