Mehr Mittel für persönliche Ausstattung

Das Verteidigungsministerium will offenbar in der laufenden Legislaturperiode eine Schwerpunkt auf die Beschaffung von persönlicher Ausrüstung für die Soldaten legen. „Wir haben die Mittel für die persönliche Ausstattung nochmal deutlich erhöht“, sagte der parlamentarische Staatssekretär im BMVg, Peter Tauber, am Rande des 22. Tages der Infanterie in der vergangenen Woche im fränkischen Hammelburg. Seinen Worten zufolge stehen in nächster Zeit rund zwei Mrd EUR dafür zur Verfügung. Zur konkreten Ausgestaltung wollte sich Tauber nicht äußern. Man befinde sich hier in Gesprächen mit den Teilstreitkräften. Der Staatssekretär wies auf die Aussage der Ministerin hin, wonach eher auf internationale Projekte verzichtet werde, als an der der Ausrüstung der Soldaten zu sparen.

Investiert werden soll offenbar auch weiter in die militärische Infrastruktur. Nach Aussage von Brigadegeneral Andreas Hannemann, dem Kommandeur des Ausbildungszentrums Infanterie in Hammelburg, wird darüber diskutiert, das Übungsdorf Bonnland mit Gebäuden zu ergänzen. Es gebe unter anderem um die partielle  Abbildung von Kanalisation, Industrie und Verkehrsinfrastruktur. „Diese Dinge befinden sich in der Konzeptionsphase“, so Hannemann. Der gerade gestartete Prozess solle in einem Plan münden.

Zuvor hatte der Inspekteur der finnischen Infanterie, Oberst Rainer Peltoniemi, in einem Gastvortrag über Planungen der finnischen Armee im kommenden Jahrzehnt referiert. Er wies daraufhin, dass gemäß der jüngsten Umfrage die Streitkräfte des Landes einen starken Rückhalt in der Bevölkerung haben. Demnach sind 70 Prozent der Finnen der Auffassung, dass das Land unter allen Umständen militärisch verteidigt werden sollte. In den vergangenen beiden Jahren sei Finnlands Sicherheits-Umfeld instabiler geworden, sagte Peltoniemi. Gleichzeitig habe die militärische Aktivität in der Nachbarschaft deutlich zugenommen. „Russland hat neue Waffensysteme in der Nähe unserer Grenzen stationiert und die Truppen im westlichen Militärbezirk verstärkt.“ Nach Einschätzung von finnischen Beobachtern, sind die russischen Streitkräfte überdies dabei, die in Deutschland entwickelte Auftragstaktik zu implementieren.

Peltoniemi wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die wichtigste Unterstützung der Infanterie durch indirektes Feuer erfolge. Vor diesem Hintergrund haben die finnischen Streitkräfte seinen Worten zufolge mehr als 850 Artillerie-Systeme im Dienst – würden Mörser einbezogen, steige diese Zahl auf über 1.500. Die Infanterie werde auch in Zukunft die wichtigste Truppengattung der finnischen Streitkräfte bleiben, sagte der Oberst.
lah/17.7.2018