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Deutscher MBDA-Chef tritt von seinem Posten zurück

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Der Deutschland-Geschäftsführer des europäischen Lenkflugkörper-Herstellers MBDA, Thomas Homberg, ist aus Gesundheitsgründen von seiner Position und der Konzern-Funktion als Executive Group Director Improvement zurückgetreten. Als kommissarischen Nachfolger hat MBDA seinen bisherigen Stellvertreter Siegfried Bücheler benannt, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Bücheler sei bereits seit Jahren Mitglied der Geschäftsführung von MBDA Deutschland, hieß es.

Ein MBDA-Sprecher führte die Personalentscheidung ausschließlich auf den Gesundheitszustand des 50jährigen Homberg zurück. Erst gestern war bekannt geworden, dass der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Ralf Brauksiepe, in einer Übersicht über die in diesem Jahr noch anstehenden 25-Mio-EUR-Vorlagen den Bundestag darüber informiert hatte, dass die entsprechende Vorlage für das Luftverteidigungssystem TLVS/MEADS – für das MBDA als Generalunternehmer verantwortlich ist – womöglich auf Anfang kommenden Jahres verschoben werden muss.

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Die Aussage kommt jedoch nicht überraschend, denn bereits vor einigen Monaten hatte das Verteidigungsministerium in seinem dritten Bericht zu Rüstungsangelegenheiten festgestellt, dass sich die angestrebte 25-Mio-EUR-Vorlage für TLVS/MEADS „auf dem kritischen Pfad“ befinde. Für die geplante Realisierung des Vorhabens seien zwar keine „Showstopper“ identifizierbar, die noch im Jahr 2016 angestrebte erste parlamentarische Befassung erscheine aber zwischenzeitlich „sehr ambitioniert“, hieß es damals.

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Gut informierten Kreisen zufolge befindet sich MBDA in der heißen Phase der Angebotserstellung. Bis Ende des Monats muss das Angebot, in dem auch die Komponenten der zahlreichen Zulieferer berücksichtigt werden, an das Ministerium gehen. Der Zeitrahmen gilt in Fachkreisen als herausfordernd. Das BMVg hatte MBDA mit erheblicher Verspätung erst am 29. Februar zur Angebotsabgabe aufgefordert.
lah/12/11.7.2016