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Airbus, FCMS und MBDA planen Gemeinschaftsunternehmen

Die drei Partner Airbus Defence and Space GmbH, German FCMS GbR und MBDA Deutschland GmbH wollen mit Blick auf das Future Combat Air System (FCAS) und die dafür zu vergebenden nationalen Entwicklungsmittel ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. Das Bundeskartellamt hat vorgestern grünes Licht für eine solche Gründung gegeben. Wie die Behörde in einer Mitteilung weiter schreibt, wollen die drei Unternehmen dazu jeweils ein Drittel der Anteile an einer gemeinsamen Konsortial GbR erwerben.

Nach Aussage von Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, bestehen gegen die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens keine wettbewerblichen Bedenken. Es handele sich um eine Forschungs- und Entwicklungs-Kooperation von Unternehmen mit unterschiedlichen Kompetenzen, die auf Innovations- und Zukunftsmärkte abziele. „Daher konnte das Vorhaben zügig freigegeben werden“, so Mundt. Nach Angaben des Kartellamtes hatten die drei Partner den entsprechenden Antrag am 4. Juli eingereicht. Die Behörde steht in der Regel ein Monat Zeit zur Verfügung, um über ein solches Ersuchen zu befinden, hat diese Frist aber im vorliegenden Fall nicht ausgeschöpft.

Airbus Defence and Space gehört zur Airbus-Gruppe und befasst sich mit den Bereichen Verteidigung, Sicherheit und sichere weltraumgestützte Anwendungen. Die German FCMS ist ein Gemeinschaftsunternehmen der vier deutschen Rüstungs- und Technologieunternehmen Diehl, ESG, Hensoldt und Rohde & Schwarz. Die Gründung der German FCMS wurde bereits 2020 vom Bundeskartellamt geprüft und freigegeben. FCMS entwickelt vernetzte Sensor- und Effektor-Lösungen sowie Drohnensysteme, plattformübergreifende Sensoren und Effektoren für fliegende unbemannte Systeme. Die MBDA Deutschland ist eine Tochter der MBDA S.A.S. und bildet zusammen mit TDW Gesellschaft für verteidigungstechnische Wirksysteme mbH und Bayern-Chemie Gesellschaft für flugchemische Antriebe mbH sowie weiteren Programmgesellschaften die MBDA Deutschland.

Airbus Defence and Space, German FCMS und MBDA Deutschland arbeiten laut Kartellamt im Rahmen des deutsch-französisch-spanischen FCAS-Projektes beim so genannten „Nationalen F&T-Vorhaben“ zusammen. Zu diesem Zweck solle die Konsortial GbR als einheitlicher Vertragspartner und Ansprechpartner für die Auftraggeber gegründet werden, schreibt die Bonner Behörde.

Das Nationale F&T-Vorhaben zielt den Angaben der Behörde zufolge auf die Forschung zu verschiedensten Schlüsselbereichen im Bereich dieses geplanten neuartigen Luftkampfsystems ab. Beim Nationalen F&T-Vorhaben handele es sich somit um ein Projekt im Kontext von FCAS und dem damit eng verbundenen, untergeordneten Projekt „New Generation Weapon System“ (NGWS). Die Zusammenarbeit der Muttergesellschaften solle in erster Linie die Kompatibilität der einzelnen Forschungsergebnisse zur Verwendung im internationalen FCAS- und NGWS-Kontext sicherstellen.

Während beim trinationalen FCAS-Vorhaben offenbar noch immer kein Durchbruch bei den strittigen Fragen von Intellectual Property Rights und Flugsteuerung beim Next Generation Fighter erzielt wurde, stellt die Bundesregierung nach Aussagen von Insidern mehrere Hundert Millionen Euro für die nationalen Forschungsanteile an FCAS zur Verfügung. Dabei geht es unter anderem um Schlüsselthemen wie Missionsplanung, Sensorik und Bewaffnung.
lah/12/27.7.2022