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U.S. Army entwickelt Doktrin für Operationen in polaren Regionen

Die U.S. Army hat vor geraumer Zeit mit der Entwicklung der ersten seit mehr als 50 Jahren auf Operationen in arktischer Umgebung ausgerichteten Doktrin begonnen, die in Kürze veröffentlicht werden soll, wie das US-Heer kürzlich auf seiner offiziellen Internetpräsenz bekanntgegeben hat.

Die Veröffentlichung des als „Army Techniques Publication 3-90.96, Arctic and Extreme Cold Weather Operations“ benannten Handbuchs ist für Mitte März 2024 geplant. Ziel der Vorschrift ist es, Soldaten und Führungskräften das Wissen und die Techniken zu vermitteln, „die erforderlich sind, um die arktischen Bedingungen zu meistern und bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius erfolgreich zu sein“, schreiben die Autoren der Army in dem Beitrag.

Hintergrund der Neuauflage der Vorschrift ist die klimawandelbedingte, fortschreitende Erwärmung der Arktis, so die Army. Diese werde in den kommenden Jahrzehnten dafür sorgen, dass die polaren Regionen immer besser zugänglich sein werden und so eine neue Bedeutung erlangen.

Dem Army-Beitrag zufolge wird die Doktrin „taktisch ausgerichtet sein und den Soldaten helfen, die Konzepte und Erfahrungen, die sie bereits kennen, zu nutzen und sie für die Arktis und Subarktis anzupassen“. Um dies zu erreichen, werden in der Vorschrift „viele der einzigartigen und manchmal kontraintuitiven Aspekte der Region und die Überlegungen“ erläutert. „So kann es beispielsweise sein, dass die Sonne im Dezember nie aufgeht, GPS und Satelliten aufgrund von Sonnenstürmen unzuverlässig sind, Metalle und Kunststoffe spröde werden und brechen können und Batterien eine deutlich kürzere Lebensdauer haben“, heißt es in dem Beitrag.

Das dafür notwendige Wissen ist nicht neu für die Army, aber den Autoren zufolge nur lokal, teilweise sogar bei einzelnen Wissensträgern gebündelt. Die „Arctic and Extreme Cold Weather Operations“ soll dieses dezentrale Wissen bündeln und eine Grundlage für die Vermittlung an das gesamten US-Heer bilden.

Für die Erstellung der Doktrin haben sich die Autoren eigenen Angaben zufolge „über ein Jahr lang intensiv mit arktischen und extrem kalten Wetteroperationen befasst“. Bestandteil dieser Arbeit waren Schulungen an spezifischen Trainings-Centern, die Auswertung historischer Aufzeichnungen und Konsultationen mit anderen arktischen Nationen wie Kanada, Norwegen, Finnland, Schweden und Dänemark. Zudem wurden die Kräfte der 11. Luftlandedivision in Alaska aktiv in die Erstellung der Vorschrift eingebunden. Diese haben den Autoren zufolge „eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Doktrin gespielt“. Unter anderem haben die in Alaska stationierten Verbände Fachexperten bereitgestellt und sollen zudem im Rahmen der bevorstehenden Übung des Joint Pacific Multinational Readiness Center der 11th Airborne Division in diesem Winter eine praktische Überprüfung der theoretischen Konzepte übernehmen. Während der Übung, bei der groß angelegte Gefechtsbedingungen nachgestellt werden, wird die Division die Konzepte validieren und den Autoren der Vorschrift unmittelbares Feedback geben.
wg