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Trojan Footprint 24: Spezialkräfteübung rund um das Schwarze Meer

Kristóf Nagy

Spezialkräfte mehrere Nationen übten im Rahmen der Spezialkräfteübung Trojan Footprint 24 unter anderem die Unterbrechung gegnerischer Nachschublinien. Dies gab das in Stuttgart ansässige U.S. Special Operations Command Europe, welches die Federführung der vom 4. bis 15. März stattfindenden Übung hat, bekannt.

Eingebunden in die NATO-Großübung Steadfast Defender 2024 erstreckt sich das Übungsgebiet von Trojan Footprint 2024 über die NATO-Länder Bulgarien, Griechenland, Deutschland, Nordmazedonien, Rumänien und die assoziierte Nation Georgien.

Die sich stetig verfestigende Verlagerung hin zu Szenarien der Landes- und Bündnisverteidigung und die Vorbereitungen auf einen Konflikt mit einem militärisch ebenbürtigen Gegner zeigt sich auch im Bereich der Spezialkräfteausbildung, wie man am Beispiel des Übungsschwerpunktes zur Unterbindung des gegnerischen Nachschubs gut sehen kann. Green Berets der 10th Special Forces Group übten im Verbund mit griechischen Spezialkräften das Neutralisieren von gegnerischen Logistikbasen hinter den feindlichen Linien. Auch auf dem seitens der georgischen Streitkräfte bereitgestellten Übungsgelände lag der Schwerpunkt des Manövers auf der Bekämpfung feindlicher Nachschubkräfte. Georgische und rumänischen Spezialkräfte übten zusammen mit Angehörigen des U.S. Marine Forces Special Operations Command (MARSOC) den Hinterhalt gegen Lastwagenkolonnen.

Bei den Übungsinhalten zum Thema persönlicher ABC-Schutz und Absicherung einer Liegenschaft zur Lagerung unbekannter Chemikalien übernahmen ebenfalls die georgischen Kräfte die Führung. Neben der Aufklärung und physischen Abriegelung der mutmaßlichen Lagerstätten lag der Fokus auf der Detektion und Identifizierung von unterschiedlichen Gefahrstoffen.

Zudem war das aktuell durch den Ukrainekrieg zum Konfliktschauplatz geworden Schwarze Meer Kulisse für einzelne Manöverelemente. So führten MARSOC-Operators zusammen mit Angehörigen der georgischen Küstenwache VBSS (Visit Board Search and Seizure – Aufsuchen, Boarden, Durchsuchen und Festsetzen) -Operationen durch. Diese Zugriffsmaßnahmen zur Inbesitznahme und Durchsuchung von Schiffen oder Offshore-Anlagen sind ein wichtiges Werkzeug im Baukasten maritimer Spezialkräfte.

Neben der gegenseitigen Aus- und Weiterbildung dient Trojan Footprint von jeher der Steigerung der Interoperabilität innerhalb der Spezialkräfte der NATO und ausgewählter assoziierter Mitglieder. Nachdem der Schwerpunkt der Übung 2022 auf der NATO-Ostflanke gelegen hatte, wurde bei der diesjährigen Auflage der geografische Schwerpunkt offensichtlich auf das Schwarze Meer verlagert.

Die Übungsserie Trojan Footprint wurde 2002 erstmals ausgerichtet und wird seit 2016 alle zwei Jahre ausgerichtet. Neben den Spezialkräften der Lead Nation USA nahmen auch SOF- und Unterstützungseinheiten aus Albanien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, Montenegro, Mazedonien, Portugal, Rumänien, Spanien und dem Vereinigten Königreich am Manöver teil.

Kristóf Nagy

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