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Neuer Zeitplan für Auslieferung des  A400M

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Der Bundestag hat am Mittwoch einen modifizierten Zeitplan für die Auslieferung des Transportflugzeugs Airbus A400M gebilligt. Wie das BMVg in einer Mitteilung schreibt, wurde vereinbart, die komplette Auslieferung um sechs Jahre zu strecken. Statt bisher 2020 sollen alle Maschinen nun bis 2026 ausgeliefert werden. Im Gegenzug werde ein detaillierter Abmahnprozess definiert, sollten die Maschinen verspätet oder nicht vollständig ausgeliefert werden. Dies erhöht nach Einschätzung des BMVg den Anreiz für den Hersteller, die verbleibenden Entwicklungsschritte pünktlich umzusetzen.

Parallel wurde ein verbindlicher Triebwerksstandard mit verbesserten Propellergetriebe und verbesserten Drehmomentsensoren definiert, wie aus dem Beitrag hervorgeht. Alle A400M, die ab Juli 2022 ausgeliefert werden, sollen ab Werk über Triebwerke mit diesem Standard verfügen. Mittlerweile verfügt die Luftwaffe über 29 der insgesamt 53 geplanten Flugzeuge. Laut Firmenplanung sollen 2019 noch Flieger in der taktischen Version zulaufen.

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Alle weiteren Nachrüstaktivitäten für die gesamte deutsche A400M Flotte sollen bis zum April 2027 abgeschlossen sein. Dazu sollen die einzelnen Flugzeuge maximal zwei Mal zu Airbus ins Werk nach Manching, Sevilla oder Madrid. Kleinere Nachrüstaktivitäten sollen direkt im Verband durchgeführt werden.

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Laut Meldung umfassen die insgesamt drei Verträge mit Airbus ein Volumen von mehreren hundert Mio EUR.  2017 hatte Airbus die am A400M beteiligten Nationen über hohe technische und wirtschaftliche Risiken im Projekt informiert, die ein Festhalten am bisherigen Auslieferungs- und Nachrüstplan sowie die vorgesehene Fähigkeitsentwicklung unmöglich mache.  Nach Verhandlungen einigten sich alle Programmnationen Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und die Türkei mit dem Hersteller das Programm neu auszurichten und die Planung an die Projektrealität anzupassen.

Für die Bundeswehr ist überdies vorgesehen, insgesamt 13 logistische Airbus A400M durch zusätzliche Ausstattungskomponenten in eine taktische Version umzubauen. Acht davon sollen im Rahmen der Serienproduktion aufgerüstet und zwischen November 2022 und Februar 2026 ausgeliefert werden.

Das BMVg beabsichtigt zudem, mit Airbus Defence and Space einen Vertrag über die Beschaffung der Selbstschutzausrüstung „Directed Infrared Counter Measures“ (DIRCM) mit einem Finanzvolumen von rund 270 Mio EUR zu schließen. Entwickelt wurde das System von Diehl in Kooperation mit einem israelischen Hersteller. Die bei DIRCM genutzte Infrarot-Technologie bewertet das BMVg als Schlüsseltechnologie von nationalem Sicherheitsinteresse.

Von dem Geld sollen insgesamt 24 Maschinen A400M der taktischen Version zusätzlich zur bestehenden Selbstschutzausrüstung mit einem System zur Abwehr störresistenter Flugkörper ausgerüstet werden.
lah/12/7.6.2018