Deutsches Kriegsschiff zum vermeintlich gefährlichsten Einsatz ausgelaufen

Waldemar Geiger

Die Fregatte Hessen ist heute zu ihrem vermeintlich gefährlichsten Einsatz ausgelaufen. Das Kriegsschiff macht sich auf den Weg ins Rote Meer, um dort im Rahmen der EU-Mission „Aspides“ Handelsschiffe vor den Angriffen der Huthi-Miliz zu schützen. Bevor die Hessen jedoch aktiv eingreifen kann, muss der Einsatz des Kriegsschiffes noch vom Bundestag genehmigt werden, was während der Transitzeit des Schiffes bis zum 23. Februar erwartet wird.

Die potenzielle Gefahr für die rund 240-köpfige Besatzung der Hessen ergibt sich aus den Angriffen Huthi-Milizen der letzten Monate. Die Milizen sind praktisch täglich dabei, die Handelsschifffahrt und die bereits im Einsatzgebiet befindlichen Kriegsschiffe – hauptsächlich der U.S. Navy – anzugreifen, teilweise mit Erfolg. Zum Einsatz kommen Raken und Flugkörper unterschiedlichster Ausprägung, darunter auch ballistische Antischiffsraketen sowie Drohnen.

Die auf Flugabwehr spezialisierte Fregatte der Klasse F124 ist gemäß jüngsten Aussagen des Inspekteurs der Marine der „Goldstandard“ der Flotte. Die Radare sind in der Lage, Ziele in einer Entfernung von etwa 400 km aufzuklären. In die 32 Zellen der Senkrechtstartanlage Mk 41 VLS des Schiffes passen wahlweise 32 Abwehrflugkörper höherer Reichweite des Typs SM-2 (Reichweite 160 km+) oder 128 Abwehrflugkörper mittlerer Reichweite des Typs ESSM (Reichweite rund 50 km) bzw. eine Mixbewaffnung beider Flugkörper. Darüber hinaus verfügt das Schiff über ein flugkörperbasiertes Nahbereichsverteidigungssystem vom Typ RIM-116 Rolling Airframe Missile. Die sogenannten RAM-Flugkörper sind in der Lage, Flugziele in bis zu zehn Kilometern abwehren zu können und dienen hauptsächlich dem Eigenschutz des Schiffes. Ein Bordhubschrauber vom Typ Sea Lynx sowie eingeschiffte Soldaten des Seebataillons komplettieren das „Waffenarsenal“ des Schiffes.

Im Einsatzgebiet angekommen, wird die Hessen nach Aussage des Marinechefs im sogenannten Kriegsmarsch im Roten Meer patrouillieren. Das Schiff ist in diesem Zustand in ständiger Bereitschaft auf einen Angriff eingestellt und dementsprechend vorbereitet, schnellstmöglich Abwehrmaßnahmen einzuleiten, um die anfliegende Gefahr abzuwehren.

Je nach Häufigkeit der Angriffe könnte der Einsatz der Hessen angesichts der niedrigen Bestände der Bundeswehr-Munitionsdepots zu einem Kraftakt für die Marine werden.

Waldemar Geiger