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Streitkräfte beschaffen Radpanzer Boxer von Rheinmetall

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Die australische Regierung hat sich für die Beschaffung von 211 Rad-Aufklärungspanzern des Typs Boxer entschieden, wie das australische Verteidigungsministerium heute mitteilte. Das Joint Venture Artec von Rheinmetall und KMW produziert die Radpanzer. Die für Australien vorgesehenen Fahrzeuge werden im Rahmen eines Vertrages mit Rheinmetall geliefert. Für die 211 Boxer werde die Regierung 5,2 Mrd AUD ausgeben, heißt es in der Mitteilung.

Die Regierung Turnbull will nach eigenen Angaben mit dem Projekt nach eigenen Angaben 1.450 Arbeitsplätze in Australien sichern. Die Radpanzer sollen vor Ort von australischen Arbeitern gefertigt werden, wobei auch der benötigte Stahl aus Australien stammen werde, heißt es in der Pressemitteilung. Erst vor wenigen Wochen hatte Rheinmetall mit dem größten australischen Flachstahlhersteller BlueScope eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.

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Die Entscheidung für Rheinmetall sei das Ergebnis eines umfassenden Ausschreibung und Erprobung mit einer Dauer von drei Jahren. Dabei habe sich der Boxer als das leistungsfähigste Kampffahrzeug für die australischen Streitkräfte herausgestellt, heißt es zur Begründung. Die Radpanzer sollen für eine ganze Reihe von Operationen, die von Stabilitätseinsätzen bis zum hoch intensiven Gefecht reichen, eingesetzt werden.

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Im Wettbewerb hat sich Rheinmetall damit gegen BAE Systems Australia durchgesetzt. Das Unternehmen war mit dem AMV35 angetreten, der auf dem Radpanzer des finnischen Unternehmens Patria basiert und mit einem Hägglunds-Turm mit 35mm-Waffe ausgerüstet ist. Der von Rheinmetall angebotene Boxer CRV verfügt über  einen bemannten Lance-Turm mit 30mm-Kanone.

Währed der auf mehr als 30 Jahre veranschlagten Nutzungszeit der Boxer sollen auf die australische Industrie rund zwei Drittel oder 10,2 Mrd AUD der Investitions- und Instandhaltungskosten entfallen. Rheinmetall arbeite mit mehr als 40 australischen Unternehmen zusammen. Während der Beschaffungsphase sollen 330 Arbeitsplätze in Queensland, 170 in Victoria und 140 in New South Wales entstehen.

Der Kauf der Radpanzer ist laut Mitteilung Teil des Investitionsprogramms von 200 Mrd AUD in Australiens Verteidigungsfähigkeiten in der kommenden Dekade. Die Regierung sei entschlossen, mit der Investition eine industrielle Basis für die Rüstungsindustrie aufzubauen.

Womöglich hat die Entscheidung der Australier auch Auswirkungen auf die Beschaffungspläne der britischen Streitkräfte, die ebenfalls neue Radpanzer einführen wollen. Beide Commonwealth-Nationen arbeiten international eng zusammen.
lah/12/14.3.2018