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Mehr Partnerschaft und weitere Verzögerungen

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Der US-Hubschrauberbauer Sikorsky und die Mitglieder des deutschen CH-53K-Industrieteams haben ihren Willen zur Kooperation durch ein neues Teaming-Agreement bekräftigt, wie der Rüstungs- und Automotive-Konzern Rheinmetall in einer Mitteilung schreibt. Gleichzeitig sei ein neuer Partner in das Industrieteam aufgenommen worden.

Sikorsky gehört zum US-Konzern Lockheed Martin und bewirbt sich um die Lieferung des neuen Schweren Transporthubschraubers (STH) an die Bundeswehr. Das Unternehmen hatte dazu frühzeitig ein Team deutscher Technologieunternehmen gebildet, zu dem neben Rheinmetall auch MTU Aero Engines, Autoflug und Hydro Systems zählen. Neu dazugekommen ist laut Mitteilung die Reiser Simulation and Training GmbH. Der bayerische Mittelständler verstärke das deutsche CH-53K-Industrieteam als Unterauftragnehmer von Rheinmetall, schreibt der Düsseldorfer Konzern.

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Rheinmetall und Reiser wollen den Angaben zufolge ihre technologische Erfahrung im Bereich Training und Simulation bündeln und auf diese Weise ein hochqualitatives Angebot unterbreiten, das sämtlichen Standards der Bundeswehr entspricht. Reiser soll demnach seine Kompetenz insbesondere bei Simulationsangeboten und technischen Lösungen für die Ausbildung des Wartungspersonals einbringen. Beide Unternehmen kooperieren bereits beim Transporthubschrauber NH90 Sea Lion.

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Nach Abbruch des STH-Wettbewerbs im vergangenen Jahr holt das Bundesverteidigungsministerium in einem so genannten Foreign Military Sales (FMS)-Verfahren derzeit Angebote für die ehemaligen Wettbewerber bei der US-Regierung ein. Ein solches Programm sieht typischerweise den Kauf der Basisversion eines Luftfahrzeugs vor.

Laut Mitteilung erfüllt die Basisversion der CH-53K alle relevanten Fähigkeitsanforderungen der Bundeswehr. Ein wesentlicher Grund hierfür sei unter anderem die serienmäßig verfügbare Luftbetankungssonde und der dadurch stark erweiterte Einsatzradius der Maschine.

Verzögerungen bei FMS-Verfahren

Gut informierten Kreisen zufolge haben die mit dem FMS-Verfahren betrauten US-Behörden in der vergangenen Woche noch ausstehende Fragen zur CH-53K an das deutsche Verteidigungsministerium übermittelt. Wie es heißt, fehlen allerdings noch für beide im Wettbewerb stehenden Flugzeugmuster Informationen, die unter anderem Logistik und Ersatzteilversorgung betreffen. Diese Details sollen offenbar bis Ende Februar nachgeliefert werden.

Verzögerungen scheint es auch bei dem von Sikorsky angestrebten Verfahren vor der Vergabekammer des Bundes zu geben. Wie berichtet, hatte das Unternehmen einen Nachprüfungsantrag bei der Behörde wegen des plötzlichen Abbruchs des Ausschreibungsprozesses im vergangenen Jahr gestellt. Dem Vernehmen nach soll die ursprünglich für Anfang Februar geplante mündliche Verhandlung vor der Kammer auf unbestimmte Zeit verschoben worden sein. Hintergrund des Vorgehens könnten womöglich fehlende Informationen zur Aufstellung des Finanzbedarfs für den STH sein.

Die Serienfertigung der CH-53K in den USA schreitet der Mitteilung zufolge planmäßig voran. Aktuell befänden sich mehr als 30 Luftfahrzeuge in verschiedenen Produktionsstufen. Die Verlegung der ersten CH-53K in den Einsatz sei für 2023/24 vorgesehen.
lah/12/27.1.2021