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Rheinmetall forscht an automatisierter  Fahrzeugtechnik

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Der Düsseldorfer Rüstungs- und Automotive-Konzern Rheinmetall hat nach eigenen Angaben sein erstes australisches Forschungs- und Technologieprogramm initiiert. Im Rahmen des Autonomous Combat Warrior (ACW) Programms würden die australischen, deutschen und kanadischen Entwicklungsteams von Rheinmetall mit australischen Forschungsteams bei der Entwicklung fortschrittlicher Robotik und automatisierte Fahrzeugtechnologien zusammenarbeiten. Wie  Rheinmetall in einer Mitteilung weiter schreibt, soll in Australien eine Fähigkeit zur Automatisierung militärischer Fahrzeuge entstehen. Zu den Kooperationspartnern zählen laut Mitteilung die Gruppe Defence Science and Technology (DST), die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO), die Queensland University of Technology (QUT) und das Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT).

Gary Stewart, Geschäftsführer von Rheinmetall Defence Australia, wird mit den Worten zitiert, dass das Programm zur australischen Entwicklung von automatisierten Kampffahrzeugtechnologien der nächsten Generation ein wichtiger Baustein für zukünftige Rheinmetall-Fahrzeugplattformen sein werde. „Das Ziel von ACW ist es, die Art und Weise, in der Landfahrzeuge militärische Operationen unterstützen, grundlegend zu verändern. Dies geschieht, indem ein Fahrzeug vom Werkzeug zum Teamkollegen umgewandelt wird. Damit soll auch ein bislang unerreichbares Maß an Schutz, Unterstützungsmöglichkeiten und taktischen Vorteilen für die Soldaten geschaffen werden.“

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Ein Schwerpunkt bei der Konzeption der nächsten Gefechtsfahrzeuggeneration in Australien liegt laut Rheinmetall auf der Entwicklung sicherer automatisierter Systeme, welche eine optionale Steuerung durch die Besatzung aber auch die Kooperation zwischen Soldat und automatisiertem Fahrzeug ermöglichen sollen.

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Das Programm werde sich auf die Automatisierung der Fahrfähigkeiten konzentrieren, schreibt  Rheinmetall und betont, dass das Unternehmen keine  vollautonomen Waffensysteme entwickelt, fertigt und vertreibt. Der Mensch müsse die Entscheidungsgewalt beim Einsatz von Effektoren behalten. Daher lehne der Konzern  vollautonome Waffensysteme, die dem Menschen die Entscheidung über den Waffeneinsatz gegen Personen entziehen, ab.

Ein Großteil der Forschung erfolgt laut Mitteilung  am Standort Melbourne und dem neuen Kompetenzzentrum für Militärfahrzeuge in Redbank, Queensland, welches in der zweiten Hälfte 2020 fertiggestellt werden soll.

Rheinmetall Defence Australia kooperiere mit der DST-Gruppe im Rahmen einer strategischen Forschungs- und Entwicklungsallianz mit einer Laufzeit von fünf Jahren, um gemeinsam an der Weiterentwicklung automatisierter Fahrzeugsysteme zu arbeiten. Die Vereinbarung baut auf der langjährigen Beziehung zwischen Rheinmetall und der DST-Gruppe im Bereich Simulation und Augmented Reality auf. Die Partnerschaft umfasse auch die Forschung und Entwicklung neuartiger Konzepte und Technologien zur Unterstützung der neuen Boxer 8×8 Combat Reconnaissance Vehicles.
Rheinmetall Canada hat die elektrisch angetriebenen Mission-Master-Fahrzeuge entwickelt. Die mit acht angetriebenen Rädern und  Rutschlenkung ausgestattete unbemannte Plattform können entweder ferngesteuert oder im halb- oder vollautonomen Fahrmodus betrieben werden.

Rheinmetall Landsysteme Deutschland verfügt der Mitteilung zufolge  über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung bei der Automatisierung von Fahrzeugen. Die Kompetenzen in den Bereichen Systemsicherheit und Systemarchitektur stammten aus mehr als zehn Forschungsprojekten. Relevante Technologien wie Drive-by-Wire seien zu einem hohen Reifegrad entwickelt worden.

Die derzeit in den Mission Master integrierte Autonomous Driving Vehicle Capability, kurz „A-kit“, stellt die Basis für zukünftige Phasen des ACW-Forschungsprogramms dar und bietet autonome Fähigkeiten. Hierzu zählen die Roboterfahrzeugsteuerung (Fernsteuerung oder halbautonome Steuerung), die „Follow me“-Steuerung (halbautonom), die simultane Positionsbestimmung und Kartenerstellung, die autonome Wegpunkt-Navigation (halb- oder vollautonom) und die GPS-gestützte Navigation sowie die Navigation in Umgebungen ohne GPS-Empfang (halb- oder vollautonom).

Darüber hinaus rüstet Rheinmetall zwei digitale Wiesel-2-Fahrzeuge mit Drive-by-Wire-Architektur und dem Rheinmetall A-Kit-Paket für autonomes Fahren aus. Im Rahmen des ACW-Programms sollen diese Fahrzeuge als Entwicklungsplattformen und Technologie-Träger eingesetzt werden.

Die Forschungs- und Entwicklungsziele des ACW-Programms sind laut Rheinmetall unter anderem:

•Entwicklung autonomer Game-Changer-Technologien in Australien;
•Entwicklung eines plattformunabhängigen autonomen Rüstsatzes (A-Kit), der sich für die Integration in eine Vielzahl von militärischen Straßen- und Geländefahrzeugen eignet;
•Generierung eines starken Return-on-Investment für das australische Commonwealth in Form von Arbeitsplätzen und eigenständigen Robotik-Kapazitäten; und
•Zusammenarbeit mit den australischen Streitkräften zur Unterstützung ihrer Strategieentwicklung für den Einsatz autonomer Fahrzeuge.
lah/12/27.2.2020