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Niederlande beschaffen sechs amphibische Transportschiffe und vier Fregatten

Die Niederlande wollen in den kommenden Jahren insgesamt sechs amphibische Transportschiffe beschaffen und damit die beiden großen Landungsschiffe (LPDs) Rotterdam und Johan de Witt und die 4 Hochsee-Patrouillenschiffe (OPVs) der Holland-Klasse ersetzen. Wie das niederländische Verteidigungsministerium gestern mitteilte, soll das erste der neuen Schiffe im Jahr 2032 in Dienst gestellt werden und danach jährlich ein weiteres zulaufen. In einer Videobotschaft sagte Verteidigungs-Staatssekretär Christophe van der Maat, dass der Auftrag zum Bau an die niederländische Industrie vergeben werde und der Werft Damen Naval dabei eine wichtige Rolle zukomme. Die Kosten für das Projekt werden auf 1 bis 2,5 Milliarden Euro beziffert.

Die neue Schiffsklasse werde kleiner als die derzeitigen LPDs sein, so das Ministerium. Dies ermögliche es, mehrere amphibische Transportschiffe gleichzeitig einzusetzen. Die bisherigen OPVs seien dagegen nicht für das hochintensive Gefecht unter Kriegsbedingungen geeignet, was jedoch aufgrund der verschlechterten internationalen Sicherheitslage erforderlich sei.

Den Angaben zufolge erreichen die beiden gegenwärtig genutzten Schiffsklassen ihr Lebensdauerende etwa zur gleichen Zeit. Die Entscheidung für eine Klasse anstelle von zweien erhöhe die Effizienz, so das Ministerium. Außerdem würden dadurch Größenvorteile bei der Beschaffung, Ausbildung und Wartung erzielt.

Die Entwicklung der neuen Schiffe soll zusammen mit Großbritannien erfolgen. Offenbar nicht zu zuletzt, weil niederländische und britische Marineinfanteristen seit über 50 Jahren in der UK/NL Amphibious Force gemeinsam operieren. Wie das niederländische Verteidigungsministerium schreibt, wollen die beiden Länder keine identischen Schiffe anschaffen, sondern die gleichen Subsysteme einsetzen. Dazu könnte die gemeinsame Beschaffung von Komponenten wie Kränen, Hebevorrichtungen und des Docktors am Heck des Schiffes gehören. Die Beschaffung umfasse womöglich auch Hubschrauberanlagen, Antriebssysteme und modulare Systeme für die Unterbringung.

Neue Luftverteidigungsfregatten

Erst Anfang des Monats hatte das niederländische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass die Marine neue Luftverteidigungs- und Kommandofregatten (LC-Fregatten) erhalten soll, die die vier augenblicklich im Einsatz befindlichen LC-Fregatten der „De Zeven Provinciën“-Klasse im Verhältnis 1:1 ersetzen sollen. Nach Angaben des Staatssekretärs van der Maat handelt es sich um das gegenwärtig finanziell größte Projekt der niederländischen Streitkräfte, bei dem die niederländische Industrie sowie Damen Naval und Thales maßgeblich beteiligt würden. Andere Nationen könnten sich an das Projekt anschließen, so der Staatssekretär. Die gezielte Industriepolitik stärke die heimische Branche und trage zur strategischen Autonomie in Europa bei.

Wie es in der Mitteilung des Ministeriums vom Monatsanfang heißt, erwägen Dänemark, Deutschland und Norwegen ebenfalls, ihre Fregatten in einiger Zeit zu ersetzen. Mit dem LC-Projekt wollen die Niederlande als Impulsgeber und Katalysator für die Zusammenarbeit fungieren.

Nach augenblicklichem Sachstand rechnet das Verteidigungsministerium mit der Auslieferung der ersten Fregatte bis spätestens 2034. Das erste Schiff soll im Jahr 2036 einsatzbereit sein. Die weiteren Fregatten werden den Planungen zufolge dann jeweils nach ein bis anderthalb Jahren zulaufen, wobei das vierte Schiff im Jahr 2041 die volle Einsatzreife erlangen soll.
lah

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