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Kaufvertrag für neue U-Boote kurzfristig erwartet

Die israelischen Streitkräfte sollen in Zukunft offenbar weitere U-Boote aus deutscher Produktion erhalten. Wie aus israelischen Medienberichten hervorgeht, steht der Vertragsschluss für drei neue Boote des Kieler Unternehmens thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) unmittelbar bevor.

Demnach soll vor wenigen Tagen ein Komitee zur Rüstungsbeschaffung unter Beteiligung hochrangiger israelischer Politiker über das Geschäft gesprochen und es, trotz eines höheren Preises als ursprünglich erwartet, gebilligt haben. Gut informierten Kreisen zufolge könnte der Vertrag für die drei Boote der so genannten Dakar-Klasse noch in dieser Woche unterzeichnet werden.

Dem Vernehmen nach handelt es sich um ein neues Design mit verbesserten Leistungsparametern, was sich auch in den Kosten von rund drei Milliarden Euro widerspiegelt. Wie es in der israelischen Presse heißt, wird die Bundesregierung voraussichtlich nicht mehr als 600 Millionen Euro davon übernehmen. Offenbar hatte Deutschland Zusagen für eine Co-Finanzierung auf der Kalkulationsbasis der zuletzt von Israel bestellten Boote der Dolphin-Klasse gemacht.

Das Geschäft mit den Dolphins ist in Israel noch immer Gegenstand von Untersuchungen wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen, in die auch Ex-Premierminister Benjamin Netanjahu verwickelt sein soll.

Sollte der Vertrag für die drei Dakar-Boote unterzeichnet werden, wäre dies der zweite Großauftrag für tkMS und seinen CEO Rolf Wirtz binnen weniger Monate. Erst im Sommer war das Unternehmen von Norwegen und Deutschland mit dem Bau von sechs identischen Unterwasserschiffen der Klasse U212CD im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro beauftragt worden. Für Geschäftsführer Wirtz könnte es der letzte Großauftrag in seiner Funktion sein, da sein Vertrag im Frühjahr ausläuft.
lah/19.1.2022

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