Rund 60 Pumas sollen in diesem Jahr geliefert werden

Das deutsche Heer rechnet gegenwärtig mit  einem Bestand von rund 90 Schützenpanzern Puma bis Ende Dezember. In diesem Jahr wolle  die Industrie gemäß eigenen Planungen insgesamt „54 plus fünf“ Pumas ausliefern, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch bei einem Besuch des Panzergrenadierbataillons 33 im niedersächsischen Luttmersen. Die fünf Fahrzeuge seien für die Ausbildung vorgesehen. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre bleibe abzuwarten, was tatsächlich geliefert werde, fügte von  der Leyen an. Insgesamt sei bislang  nur die Hälfte der ursprünglich von der Industrie zugesagten Fahrzeuge ausgeliefert worden

Das Panzergrenadierbataillon 33 – bis zum vergangenen Jahr noch ein Panzerbataillon – ist der erste Verband der Bundeswehr, der im Mai mit der Ausbildung von Soldaten am neuen Schützenpanzer begonnen hat. Gegenwärtig verfügt die Einheit über 16 Pumas, bis Jahresende sollen es 32 sein. Langfristig steigt die Zahl der Soldaten von gegenwärtig 380 auf etwa 640, die dann über 54 Pumas verfügen werden.

Parallel zur Einführung des Schützenpanzers in die Truppe wird am Ausbau der Fähigkeiten des Kampfahrzeuges gearbeitet.  Wie es aus Bundeswehrkreisen heißt, sollen 2017 weitere Tests für die Abnahme des MELLS-Werfers an der Turmseite erfolgen. Womöglich stehen noch in diesem Jahr  Fliegerabwehr-Schießversuche an, mit denen die Bekämpfung von Starrflüglern simuliert werden soll.

Noch in der Frühphase befindet sich offenbar die Ausstattung des Fahrzeugs mit einem automatischen Mehrfach-Granatwerfer am Wannenheck. Hier kreisen die Überlegungen nach Informationen aus der Bundeswehr um eine Kombination aus 40mm- und 76mm-Wirkmitteln. Noch nicht ausgewählt wurde demnach der Anbieter für die Umrüstung der in schwarz-weiß abbildenden Optiken für den Turm und Kampfraum. Und auch bei der Funkgeräteausstattung besteht noch Entwicklungsbedarf. Erprobt wird überdies ein Nachfolgemuster im Kaliber 7,62 mm für das koaxiale MG 4.  Wie es heißt, soll nach gegenwärtigem Stand die Um- bzw. Nachrüstung des Schützenpanzers in einem großen Paket erfolgen, um die Fahrzeuge für kleinere Arbeiten nicht ständig aus der Truppe zu ziehen. Ziel sei es, dass der Puma mit allen geforderten Fähigkeiten bis 2023 die Einsatzreife erlangt.

Die Soldaten des Panzerbataillons 33 zeigten sich am Mittwoch von den Fähigkeiten des Pumas sehr angetan. Allerdings erfordere die Ausbildung aufgrund der Systemkomplexität mehr Zeit als beim Vorgängermodell Marder. Hervorgehoben wurde immer wieder die exzellente Schussleistung und Treffergenauigkeit der 30mm-Kanone, sowohl aus der Bewegung als auch auf bewegliche Ziele.
lah/1.7.2016