Anzeige

Modernisierung von 40 Pumas kostet 500 Mio EUR

Einem auf der Newsseite von n-tv erschienenen Bericht zufolge schlägt die Modernisierung von etwa 40 Schützenpanzern Puma für den Einsatz  bei der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) oder NATO-Speerspitze im Jahr 2023 mit rund 500 Mio EUR zu Buche.

Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, trifft die Kostenschätzung zu. Rund ein Drittel der Kosten fallen demnach für logistische Leistungen, Wartung und Instandsetzung an, die sich unter anderem aus der Verlegung der Panzer nach Litauen ergeben. Dazu kommt ein Ersatzteilpaket. Ein wesentlicher Kostenfaktor stellt daneben die Herstellung der Führungsfähigkeit da. Also die Ausstattung mit digitalen Funkgeräten, die noch beschafft werden müssen und in das System Infanterist der Zukunft zu integrieren sind. Außer der turmunabhängigen Sekundärbewaffnung TSWA und dem geplanten Koaxial-MG im größeren Kaliber sollen die VJTF-Pumas dem Vernehmen nach auf den neuesten Rüststand gebracht werden. Dazu zählt auch der Einbau des Mells-Raketenwerfers und verbesserter Optiken für Turm und Wanne.

Die bislang etwa 190 der Bundeswehr zur Verfügung stehenden Pumas müssten sich beim Zusammentreffen mit Kampfpanzern zurückziehen, weil sie noch nicht über die Fähigkeit zum Verschießen von Mells-Panzerabwehrflugkörpern verfügen. Ob die VJTF-Pumas tatsächlich wie geplant aufgerüstet werden, muss Insidern zufolge noch vom Verteidigungsministerium entschieden werden. Damit noch ausreichend Zeit bleibt, die Truppe an dem modernisierten Panzer auszubilden, sollte der Zulauf bis Ende 2020 erfolgt sein. Im Haushalt ist der Posten offenbar noch nicht abgebildet.

Engpass bei Artilleriemunition

Problematisch ist im Augenblick überdies, dass aufgrund der sich hinziehenden Regierungsbildung kein Haushaltsgesetz verabschiedet werden konnte. Mit jedem Tag, nimmt damit die Wahrscheinlichkeit zu, dass eigentlich geplante Rüstungsprojekte in diesem Jahr keine Finanzierungszusage erhalten und damit auf 2019 geschoben werden müssen. Das könnte Auswirkungen auf die Modernisierungsvorhaben für die bereits eingeführten Pumas haben.

Läuft es schlecht, wären auch Projekte wie die Beschaffung eines gepanzerten Sanitätsfahrzeuges oder moderner Pionierpanzer betroffen. Und nicht zuletzt benötigt die Artillerie dringend neue 155mm-Munition, um ihren Üb- und Ausbildungsbetrieb aufrechterhalten zu können, wie es den Kreisen zufolge heißt.

Vor dem Hintergrund, dass in den kommenden Jahren weitere zwölf Panzerhaubitzen aus den Depots in den aktiven Dienst genommen werden, dürfte der Munitionsbedarf tendenziell eher  steigen. Dabei wird mit der Zielgröße von 113 Panzerhaubitzen lediglich die Vorgabe der Heeresstruktur 2011 erfüllt. Damals hatte sich Deutschland noch nicht vorgenommen, mehr internationale Verantwortung zu übernehmen und auch die Krim war seinerzeit ein Bestandteil der Ukraine.
lah/26.1.20198