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Deutschland bietet Tschechien weitere Kampfpanzer Leopard 2 A4 an

Waldemar Geiger

Die Bundesrepublik Deutschland hat nach Angaben der tschechischen Verteidigungsministerin Jana Černochová den Streitkräften des süd-östlichen Nachbarn 14 weitere Kampfpanzer Leopard 2 A4 sowie einen Bergepanzer 3 als Gegenleistung für die nicht weiter spezifizierte Unterstützung der Ukraine angeboten. Dies geht aus einem am 21. Februar auf der offiziellen Webseite des tschechischen Verteidigungsministeriums veröffentlichten Beitrag hervor.

Darüber hinaus heißt es in dem Beitrag, dass Tschechien in Verhandlungen über den möglichen Kauf der gleichen Anzahl von Kampfpanzern Leopard 2 A4 mit der deutschen Rüstungsindustrie stehe. Der Preis bewegt sich dem Bericht zufolge im unteren dreistelligen Millionenbereich. Eine Entscheidung soll dazu in den kommenden Monaten getroffen werden. Zudem soll das Ministerium gleichzeitig über den Kauf von Kampfpanzern Leopard 2 A8 verhandeln.

„Sowohl die Tschechische Republik als auch die Bundesrepublik Deutschland sind daran interessiert, den Kampf der Ukraine gegen den russischen Aggressor weiter zu unterstützen. Es ist jedoch notwendig, die den ukrainischen Streitkräften zur Verfügung gestellte Ausrüstung zu ersetzen“, wird Verteidigungsministerin Cernochová in dem Beitrag zitiert. Das Abkommen soll demnach im zweiten Quartal dieses Jahres durch die entsprechenden Verträge bestätigt werden. „Die Panzerlieferungen könnten in der zweiten Hälfte dieses Jahres beginnen und im Jahr 2025 abgeschlossen sein“, heißt es in dem Beitrag.

Die tschechischen Streitkräfte verfügen derzeit über 14 Kampfpanzer Leopard 2 A4. In Kürze soll zudem ein Bergepanzer 3 Büffel übergeben werden. Tschechien hat die Fahrzeuge im Zuge eines im Mai 2022 vereinbarten Ringtausches erhalten. Dieser besagte, dass das Land T72-Kampfpanzer an die Ukraine abgibt und im Gegenzug Leopard-2-Panzer erhält. Die Finanzierung übernahm die Bundesrepublik Deutschland. Einer Pressemitteilung des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall vom 11. Oktober 2022 zufolge handelt es sich bei den zur Verfügung gestellten Fahrzeugen um überholte Leopard 2 A4 aus den Beständen verschiedener Nutzerstaaten aus dem Eigentum der Rheinmetall.

Da der Markt für „kurzfristig“ einsatzbereite Kampfpanzer Leopard 2 A4 den hartpunkt vorliegenden Informationen zufolge leergefegt ist – andernfalls würden diese sicherlich in die Ukraine geliefert – dürfte es sich bei den 28 weiteren Kampfpanzern sowie den zwei Bergepanzern ebenfalls um Fahrzeuge von Rheinmetall handeln, die das Unternehmen größtenteils 2023 von der Schweizer Armee mit der Auflage zurückgekauft hat, diese nicht an die Ukraine weiterzuleiten. Das Unternehmen wollte sich auf Anfrage zu dem Sachverhalt nicht äußern.

Der Zulauf der zusätzlichen Panzer würde es dem Tschechien ermöglichen, kurzfristig ein komplettes mit Kampfpanzern Leopard 2 A4 ausgestattetes Panzerbataillon aufzustellen.

„Die Armee der Tschechischen Republik ist zu der Einschätzung gelangt, dass die Annahme des deutschen Angebots in seiner Gesamtheit für die Verteidigung der Tschechischen Republik von Vorteil wäre. Die Fähigkeiten des Panzerbataillons würden durch die Spende und den anschließenden Kauf deutscher Panzer kurz- und mittelfristig deutlich verbessert“, wird der Generalstabschef Karel Rehka zitiert.

Sollte Tschechien tatsächlich den Leopard 2 A8 kaufen und dazu den Leopard 2 A 4 erwerben, würde die tschechische Armee über ausreichend Panzer beider Versionen für die aktive Truppe und die Ausbildung sowie die Reserve verfügen, heißt es in dem Beitrag.

Waldemar Geiger

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