Milliardensumme für neue Flugkörper

Die Bundeswehr wird in den kommenden Jahren im großen Stil neue Lenkflugkörper für verschiedene Waffensysteme erhalten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat dazu gestern mit der Genehmigung von Projekten, die zusammen mehrere Milliarden Euro umfassen, den Weg frei gemacht.

So hat der Ausschuss den Kauf von 500 Lenkflugkörpern mit Ersatzteilen für das Flugabwehrraketensystem Patriot der Bundeswehr freigegeben, wie das BMVg in einer Mitteilung schreibt. Dem Vernehmen nach handelt es sich um den Typ GEM-T.

Insgesamt 3,01 Milliarden Euro sollen nun investiert werden. 400 Lenkflugkörper werden für circa 2,4 Milliarden Euro in den nächsten Jahren über das Sondervermögen Bundeswehr gekauft und danach über den regulären Verteidigungshaushalt weiter finanziert. Für 100 Lenkflugkörper kommen die Mittel in Höhe von rund 602 Millionen Euro aus dem Ertüchtigungstitel, da diese Stückzahl ebenfalls an die Ukraine abgegeben wurde, wie das BMVg mitteilt. Die Beschaffung laufe über die NATO Support and Procurement Agency (NSPA). Auch andere Nationen beteiligen sich an der Vereinbarung mit dem Hersteller.  Die Lieferung der Lenkflugkörper soll den Angaben zufolge zwischen 2027 und 2033 erfolgen. Produziert werden  die Flugkörper am Standort von MBDA in Deutschland. Für den Aufbau einer neuen Produktionslinie gibt es bereits Vereinbarungen zwischen Patriot-Hersteller Raytheon und MBDA Deutschland.

Fest bestellt werden überdies 120 Lenkflugkörper des Typs Iris-T kurzer Reichweite plus Zubehör, die 2026 geliefert werden sollen. Wie das BMVg schreibt, geht es um eine Wiederbeschaffung im Zuge der Ukraine-Unterstützung. Die Bundeswehr gibt demnach 120 Lenkflugkörper an die Ukraine ab, für deren Abwehrkampf gegen die russische Aggression. Deshalb werden die neuen Lenkflugkörper für rund 108 Millionen Euro nun aus dem Ertüchtigungstitel im Einzelplan 60 finanziert. Während mit der Iris-T in Deutschland die Kampfflugzeuge Eurofighter und Tornado bewaffnet werden, wird der Flugkörper in der Ukraine für die bodengebundene Luftverteidigung eingesetzt. Die zunächst 120 festbeauftragten Lenkflugkörper sind Teil einer Rahmenvereinbarung mit dem Hersteller über die mögliche Produktion und Lieferung von bis zu 1.280 Stück.

Meteor soll Update erhalten

Um die Überlegenheit im Luftkampf bis in die 2040er Jahre hinein aufrechtzuerhalten, kann die Bundeswehr nach der Freigabe durch den Ausschuss außerdem Untersuchungen zu einem Update des Luft-Luft-Flugkörpers Meteor beauftragen. Mit ihnen können die Kampfjet-Piloten auch Ziele außerhalb ihres Sichtbereichs bekämpfen.

Laut BMVg werden nun für 34,9 Millionen Euro  mögliche Anpassungen am Radarzielsuchkopf, an der Antriebsanlage, am Datenlink und am Gefechtskopf analysiert. Im nächsten Jahr sollen die Untersuchungen beginnen und 2025 die Berichte zu den Anpassungsmöglichkeiten vorliegen. An dem Projekt sind fünf weiteren europäische Nationen beteiligt.
lah/12/14.12.2023