KNDS Deutschland übernimmt die Endfertigung von CAVS-Radpanzern für die Bundeswehr

Waldemar Geiger

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Der finnische Rüstungskonzern Patria sowie die KNDS Deutschland Maintenance GmbH (KNDS), eine im saarländischen Freisen sitzende Tochter von KNDS Deutschland, haben am 11. August 2028 einen Rahmenvertrag über die Montage und Endintegration der 6×6-Radpanzer unterzeichnet, die im Rahmen des multinationalen Programms „Common Armoured Vehicles“ (CAVS) für die Bundeswehr beschafft werden. Dies geht aus einer gestern veröffentlichten Mitteilung von Patria hervor.

Wie das Unternehmen weiter schreibt, ist die Partnerschaft Teil der beiden Beschaffungsverträge zwischen Patria und der Bundeswehr, die im Dezember 2025 geschlossen wurden.

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Patria baut eigenen Angaben zufolge gemeinsam mit KNDS und weiteren deutschen Industriepartnern mit Hochdruck die deutschen Industriekapazitäten für das CAVS-Programm auf. Wie es in der Mitteilung heißt, werden die Serienauslieferungen an die Bundeswehr Anfang 2027 beginnen, während die lokale Produktion in Deutschland im Rahmen des Technologietransfers ab 2027 schrittweise ausgebaut wird. Patria sieht den dazugehörigen Technologietransfer als einen zentralen Bestandteil des Patria-Geschäftsmodells, bei dem das Know-how im Bereich der Panzerfahrzeugherstellung an lokale Partner weitergegeben wird.

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„Wir freuen uns, diese Partnerschaft mit KNDS zu bestätigen, die einen erheblichen Mehrwert für Deutschland schaffen und lokale Arbeitsplätze bei KNDS sowie in dessen Zuliefererbasis schaffen wird. Dieser Vertrag zeigt, dass die deutsche Industrie in der Lage ist, die selbstverständliche hohe Qualität zu liefern und gleichzeitig die vom CAVS-Programm geforderte kosteneffiziente lokale Produktion zu gewährleisten sowie die europäischen Fertigungskapazitäten im Verteidigungsbereich zu stärken“, wird Jussi Järvinen, Executive Vice President of Protected Mobility bei Patria, in der Mitteilung zitiert.

CAVS

Als finnisch-lettisches Programm gestartet, entwickelt sich CAVS zunehmend zu einem europäischen Großprogramm. Neben Finnland und Lettland, haben sich in den vergangenen Jahren auch Schweden, Deutschland und zuletzt Dänemark für die Beschaffung der 6×6-Plattform entschieden. Auch Norwegen ist Ende Mai 2026 dem CAVS-Rahmenabkommen beigetreten. Zudem verhandelt Patria eigenen Angaben zufolge mit Großbritannien über einen Beitritt des Landes zum CAVS-Rahmenabkommen.

Im Rahmen des vom finnischen Rüstungskonzern Patria geleiteten CAVS-Programm wird ein gepanzertes 6×6-Fahrzeugsystem entwickelt. Patria verfügt nach eigenen Angaben über mehr als vier Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung und Lieferung von geschützten Truppentransporten und der Systemintegration. Der überwiegende Teil der Herstellung der Fahrzeuge erfolge durch die Nutzung der lokalen Industriekapazitäten der CAVS-Mitgliedsländer.

Transportpanzer CAVS 6×6

Der CAVS 6×6 leitet sich von einem dreiachsigen Radpanzer ab, den ursprünglich die finnische Firma Sisu produzierte. Dieses Fahrzeug wurde auch Patria XA genannt. Der neue Patria 6×6 weist den Angaben von Patria zufolge gegenüber seinem Vorgänger eine verbesserte Einzelradaufhängung, einen leistungsstärkeren Scania-Motor – je nach Ausführung mit 294 kW oder 325 kW Leistung – sowie Verbesserungen des elektrischen Systems auf. Das deutsche Unternehmen ZF liefert laut Patria das 7-Gang-Automatikgetriebe.

Die Ladekapazität beträgt 8,5t. Der Patria 6×6 hat laut Hersteller ein maximales Gewicht von 24t – das Schwimmgewicht soll bei 21t liegen – und der Schutz entspricht STANAG 4569 Level 2, wobei auch ein höherer Schutz gemäß Level 4 bei Bedarf möglich sein soll.

CAVS für die Bundeswehr

Die Bundeswehr plant in den nächsten Jahren, die in die Jahre gekommene Fuchs-Flotte Schritt für Schritt im Rahmen des Projektes „Transportpanzer Neue Generation“ abzulösen.

Bis dato haben die deutschen Streitkräfte insgesamt 349 CAVS-Radpanzer in mehreren Varianten bei Patria bestellt, hartpunkt berichtete. Mit den zwei am 18. Dezember geschlossenen Verträgen werden gut informierten Kreisen zufolge folgende Varianten des CAVS-Radpanzers beschafft:

  • zehn Fahrzeuge in der Variante schwedischer Truppentransporter (APC), die von Patria schnell hergestellt und bereits Anfang 2026 geliefert werden können,
  • 170 Fahrzeuge in der Variante Pioniergruppe plus Option auf 54 weitere,
  • 48 Fahrzeuge in der Variante Panzeraufklärungsgruppe mit der Option auf 14 weitere,
  • 69 Fahrzeuge in der Variante schwerer Mörser (120mm-Mörsersystem NEMO auf CAVS-Plattform) plus Option für 61 weitere Systeme und
  • 52 Fahrzeuge in der Variante Feuerleitfahrzeug plus Option auf 398 weitere Fahrzeuge.

Waldemar Geiger