Die Pistole P13 des tschechischen Herstellers Česká zbrojovka (CZ) hat erfolgreich die integrierte Nachweisführung – so der offizielle Fachbegriff für das Prüf- und Testverfahren der Bundeswehr bei der Einführung von neuem Wehrmaterial – durchlaufen und soll spätestens im nächsten halben Jahr an die Truppe ausgeliefert werden. Dies bestätigte das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw auf Nachfrage von hartpunkt.
„Die P13 hat bei der integrierten Nachweisführung an der zuständigen Wehrtechnischen Dienststelle alle Tests bestanden“, erklärte ein Sprecher des BAAINBw gegenüber hartpunkt. „Teil dieser Untersuchungen sind auch Falltests, bei denen die Sicherungselemente der Waffe auf die Probe gestellt werden. Diese haben ihre Funktion voll erfüllt und die im Netz kursierenden Vorwürfe konnten auf unserer Seite vollständig ausgeschlossen werden“, so der Sprecher weiter.
Darüber hinaus erklärte das BAAINBw, dass inzwischen auch der finale Konstruktionsstand der Pistole P13 festgeschrieben sei, der gegenüber den untersuchten Waffen keine Änderungen aufweisen wird.
Der günstige Stückpreis der Waffe führt zudem offenbar dazu, dass nach aktuellem Plan der Bundeswehr beschädigte Pistolen nicht mehr in die Instandhaltung eingesteuert, sondern durch neue Waffen ersetzt werden sollen. „Derzeit wird der Aufbau eines Instandhaltungskonzeptes, welches mehrere Instandhaltungsebenen sowie die Bevorratung von Ersatzteilen beinhalten müsste, gegenüber dem derzeitigen Stückpreis als nicht wirtschaftlich angesehen“, begründe der BAAINBw-Sprecher die Maßnahme.
Pistole P13
Die Bundeswehr beschafft im Rahmen des Vorhabens „Pistole querschnittlich“ (P13) eine neue Dienstpistole im Kaliber 9 x 19 mm, die die P8 in der Truppe ablösen soll. Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestages am 5. November 2025 die für die Beschaffung notwendigen Haushaltsmittel freigegeben hatte, gab die POL-TEC GmbH & Co. KG, ein deutscher Vertriebspartner des tschechischen Herstellers Česká zbrojovka (CZ), Mitte Dezember 2025 bekannt, dass das Unternehmen seitens des BAAINBw mit der Herstellung und Lieferung der P13 beauftragt worden war. Das Unternehmen hatte sich zuvor in einem Wettbewerb gegen mehrere Anbieter durchgesetzt, wie hartpunkt berichtete.
Gut unterrichteten Kreisen zufolge wurde mit POL-TEC eine Rahmenvereinbarung über die Lieferung von bis zu 203.000 Pistolen des Typs P13 samt Zubehör im Gesamtvolumen von bis zu 56 Millionen Euro geschlossen. In einem ersten Schritt wurde jedoch nur die Lieferung von 65.000 Pistolen samt Zubehör sowie weiteren Leistungen im Gegenwert von etwa 19 Millionen Euro beauftragt. Zum Zubehör zählen neben speziell konfigurierten Ausbildungs- und Schulungswaffen auch Holsterkörper des Typs Radar 1957, die in den Ausführungen Level 2, Level 3 sowie einer Variante für das verdeckte Tragen geliefert werden.
Bei der P13 handelt es sich um eine Variante der CZ-Pistole P-10 C OR (Optics-Ready) in der Farbe Flat Dark Earth. Der Hersteller beschreibt die CZ P13 als moderne Striker-Fire-Dienstpistole mit modularem Aufbau, die auf Belastbarkeit unter Extrembedingungen sowie konsequent auf militärische Anforderungen zugeschnitten ist.
Das Gewicht der mit einem 102 Millimeter langen Rohr ausgestatteten P13 beträgt der Bundeswehr zufolge 760 Gramm. Das Abzugsgewicht für den ersten Schuss sowie weitere Folgeschüsse beträgt ca. 23 N / 2,3 kg
Als zentrale Eigenschaften der Pistole werden folgende Punkte aufgezählt:
- Ergonomische Gestaltung für sichere Kontrolle und hohe Trefferleistung in allen Einsatzsituationen.
- Verlässliche Funktion bei Hitze, Kälte und Dauerbelastung – ausgelegt für den realen Einsatz.
- Hohe Modularität für schnelle Anpassungen an unterschiedliche Missionsprofile ohne Einschränkung der Einsatzbereitschaft.
- Vorbereitet für optische Visiere (Optical-Ready-System), was den schnellen Einsatz von Rotpunkttechnologie ermöglicht.
Waldemar Geiger















