Norwegen macht letzten Schritt zur Vollmitgliedschaft im CAVS-Programm

Waldemar Geiger

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Norwegen ist der Rahmenvereinbarung über das multinationale Common Armoured Vehicle System (CAVS) beigetreten, wie der finnische Rüstungskonzern Patria in einer Mitteilung schreibt. Der Beitritt zu dieser Phase des Programms ermögliche die Serienbeschaffung von CAVS-Fahrzeugen auf der Basis des 6×6-Fahrzeugs von Patria, heißt es weiter. 

Norwegen ist im September 2025 zusammen mit Großbritannien dem multinationalen CAVS-Programm unter der Führung von Finnland beigetreten. Im Februar 2026 erfolgte dann der Beitritt zum Forschungs- und Entwicklungsabkommen (F&E) von CAVS. Dieser Schritt gewährte Norwegen den Zugang zu den Ergebnissen bereits bestehender Produktentwicklungspakete und die Möglichkeit, an der Weiterentwicklung von CAVS-Elementen teilzuhaben.

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„Die Unterzeichnung des CAVS-Rahmenabkommens durch Norwegen ist ein weiterer konkreter Schritt vorwärts für die multinationale CAVS-Zusammenarbeit. Das Rahmenabkommen ermöglicht es den Mitgliedsländern, zügig voranzukommen, intelligent zu beschaffen und vor Ort zu produzieren, wodurch eine einheitliche, interoperable und geschützte Mobilitätsfähigkeit geschaffen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit durch gemeinsame industrielle Zusammenarbeit gestärkt wird“, wird Jussi Järvinen, Executive Vice President des Geschäftsbereichs Protected Mobility bei Patria, in der Mitteilung des Unternehmens zitiert.

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Als finnisch-lettisches Programm gestartet, entwickelt sich CAVS somit zunehmend zu einem europäischen Großprogramm. Neben Finnland und Lettland, haben sich in den vergangenen Jahren auch Schweden, Deutschland und zuletzt Dänemark für die Beschaffung der 6×6-Plattform entschieden. Zudem verhandelt Patria eigenen Angaben zufolge aktuell mit Großbritannien über einen Beitritt des Landes zum CAVS-Rahmenabkommen.

Im Rahmen des vom finnischen Rüstungskonzern Patria geleiteten CAVS-Programm wird ein gepanzertes 6×6-Fahrzeugsystem entwickelt. Patria verfügt nach eigenen Angaben über mehr als vier Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung und Lieferung von geschützten Truppentransporten und der Systemintegration. Der überwiegende Teil der Herstellung der Fahrzeuge erfolge durch die Nutzung der lokalen Industriekapazitäten der CAVS-Mitgliedsländer.

Transportpanzer CAVS 6×6

Der CAVS 6×6 leitet sich von einem dreiachsigen Radpanzer ab, den ursprünglich die finnische Firma Sisu produzierte. Dieses Fahrzeug wurde auch Patria XA genannt. Der neue Patria 6×6 weist den Angaben von Patria zufolge gegenüber seinem Vorgänger eine verbesserte Einzelradaufhängung, einen leistungsstärkeren Scania-Motor – je nach Ausführung mit 294 kW oder 325 kW Leistung – sowie Verbesserungen des elektrischen Systems auf. Das deutsche Unternehmen ZF liefert laut Patria das 7-Gang-Automatikgetriebe.

Die Ladekapazität beträgt 8,5t. Der Patria 6×6 hat laut Hersteller ein maximales Gewicht von 24t – das Schwimmgewicht soll bei 21t liegen – und der Schutz entspricht STANAG 4569 Level 2, wobei auch ein höherer Schutz gemäß Level 4 bei Bedarf möglich sein soll.

Waldemar Geiger