Großbritannien und Norwegen treten multinationalem 6×6-Radpanzerprogramm CAVS bei

Waldemar Geiger

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Mit Großbritannien und Norwegen sind am Dienstag zwei weitere europäische Nationen offiziell dem multinationalem 6×6-Radpanzerprogramm Common Armoured Vehicle System (CAVS) beigetreten.

Als finnisch-lettisches Programm gestartet entwickelt sich CAVS somit zunehmend zu einem europäischen Großprogramm. Neben Finnland und Lettland, haben sich in den letzten Jahren auch Schweden, Deutschland und zuletzt Dänemark für die Beschaffung der 6×6-Plattform entschieden. Den Angaben des finnischen Verteidigungsministeriums zufolge sind bis heute rund 1.000 CAVS-Radpanzer durch die beteiligten Nationen beschafft worden. Gut informierten Kreisen sollen in den nächsten Jahren tausende weitere Systeme beschafft werden.

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Im Rahmen des vom finnischen Rüstungskonzern Patria geleiteten CAVS-Programm wird ein gepanzertes 6×6-Fahrzeugsystem entwickelt. Patria verfügt nach eigenen Angaben über mehr als vier Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung und Lieferung von geschützten Truppentransporten und der Systemintegration. Der überwiegende Teil der Herstellung der Fahrzeuge erfolge durch die Nutzung der lokalen Industriekapazitäten der CAVS-Mitgliedsländer.

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Allein die Bundeswehr soll gut informierten Kreisen zufolge einen Bedarf von mehreren Tausend CAVS-Radpanzern haben, um damit sowohl die aktive Truppe als auch dem Heimatschutz auszustatten. In der Bundeswehr soll das Fahrzeug unter anderem den seit mehreren Jahrzehnten in Nutzung befindlichen Fuchs-Radpanzer ersetzen. Erst am gestrigen Mittwoch hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages rund 30 Millionen Euro freigegeben, um damit den Einstieg in die Beschaffung des CAVS in der Variante Pioniergruppe einzuleiten. Bereits Anfang des Jahres wurden Haushaltsmittel für die Anpassentwicklung und Beschaffung von Qualifikationsmustern des NEMO-Mörsers auf der CAVS-6×6-Plattform freigegeben, um das Vorhaben „Zukünftige System Indirektes Feuer kurze Reichweite“ zu realisieren. Der Abruf des ersten Serienloses der neuen Mörsersysteme sowie der Abschluss eines Serienvertrages für den Radpanzer, welcher in der Bundeswehr im Rahmen des Vorhabens „Transportpanzer Neue Generation“ eingeführt wird, sind dem Vernehmen nach für das vierte Quartal 2025 vorgesehen.

Transportpanzer CAVS 6×6

Der CAVS 6×6 leitet sich von einem dreiachsigen Radpanzer ab, den ursprünglich die finnische Firma Sisu produzierte. Dieses Fahrzeug wurde auch Patria XA genannt. Der neue Patria 6×6 weist den Angaben von Patria zufolge gegenüber seinem Vorgänger eine verbesserte Einzelradaufhängung, einen leistungsstärkeren Scania-Motor – je nach Ausführung mit 294 kW oder 325 kW Leistung – sowie Verbesserungen des elektrischen Systems auf. Das deutsche Unternehmen ZF liefert laut Patria das 7-Gang-Automatikgetriebe.

Die Ladekapazität beträgt 8,5t. Der Patria 6×6 hat laut Hersteller ein maximales Gewicht von 24t – das Schwimmgewicht soll bei 21t liegen – und der Schutz entspricht STANAG 4569 Level 2, wobei auch ein höherer Schutz gemäß Level 4 bei Bedarf möglich sein soll.

Waldemar Geiger