Die dänische Rüstungsbeschaffungs- und Logistikorganisation für Verteidigung (DALO) hat den finnischen Rüstungskonzern Patria mit der Herstellung und Lieferung von 129 6×6-CAVS-Radpanzern beauftragt. Wie aus einer heutigen Mitteilung der DALO hervorgeht, werden die ersten Fahrzeuge noch dieses Jahr geliefert. Die Fahrzeuge sollen für die Ausbildung genutzt werden, um die Truppe für den Zulauf weiterer Systeme ab 2026 vorzubereiten.
Dänemark ist nach Finnland, Lettland, Schweden und Deutschland nun die fünfte Nation, die sich dem Programm anschließt. Patria gibt an, bereits Aufträge für fast 1.000 CAVS 6×6-Radpanzer erhalten und mehr als 200 davon ausgeliefert zu haben.
Dänemark ist dem multinationalem 6×6-Radpanzerprogramm Common Armoured Vehicle System (CAVS) bereits im April 2025 beigetreten, nun wurden drei weitere Vereinbarungen (Forschung & Entwicklung, Rahmenvertrag und Life Cycle Management, unterzeichnet, die die Voraussetzung für die Bestellung der 129 CAVS-Radpanzer bilden.
„Mit dem Kauf von gepanzerten Mannschaftstransportwagen von Patria stärken wir das Heer umfassend und unterstützen damit sowohl das leichte Infanteriebataillon als auch die schwere Brigade, sodass die Verteidigung Dänemarks modernisiert wird und die Soldaten über aktuelles Material verfügen. Ein Teil der Mannschaftstransportwagen wird bereits in diesem Jahr geliefert, sodass die Streitkräfte das Material schneller in Betrieb nehmen können. Das ist in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage von entscheidender Bedeutung“, wird Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen in der Mitteilung zitiert.
Beschafft werden Radpanzer CAVS für den Einsatz als Transportpanzer für Infanterie- und Pioniereinheiten, als Gefechtsstandfahrzeuge, Kommunikationspanzer, Sanitätsfahrzeuge und als Rüstsatzträger für die Elektronische Kampfführung. Die Finanzierung erfolgt über den jüngst eingerichteten Beschleunigungsfonds der dänischen Regierung.
Transportpanzer CAVS 6×6
Der CAVS 6×6 leitet sich von einem dreiachsigen Radpanzer ab, den ursprünglich die finnische Firma Sisu produzierte. Dieses Fahrzeug wurde auch Patria XA genannt. Der neue Patria 6×6 weist den Angaben von Patria zufolge gegenüber seinem Vorgänger eine verbesserte Einzelradaufhängung, einen leistungsstärkeren Scania-Motor – je nach Ausführung mit 294 kW oder 325 kW Leistung – sowie Verbesserungen des elektrischen Systems auf. Das deutsche Unternehmen ZF liefert laut Patria das 7-Gang-Automatikgetriebe.
Die Ladekapazität beträgt 8,5t. Der Patria 6×6 hat laut Hersteller ein maximales Gewicht von 24t –das Schwimmgewicht soll bei 21t liegen – und der Schutz entspricht STANAG 4569 Level 2, wobei auch ein höherer Schutz gemäß Level 4 bei Bedarf möglich sein soll.
Waldemar Geiger

















