Projekt Jagdbomberdrohne dürfte sich verzögern

Lars Hoffmann

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Die Bundeswehr wird ihre bisherigen Planungen zur Nutzung einer sogenannten Jagdbomberdrohne ab 2029 voraussichtlich verschieben müssen. Wie die Zeitung Welt mit Berufung auf interne Unterlagen des BMVg berichtet, soll der Einstieg in das Vorhaben im bisher vorgesehen Zeitraumen nicht mehr realisierbar sein. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums wollte sich auf Nachfrage weder zu Zeitlinien noch zu Rüstungsvorhaben äußern, bevor diese dem Parlament zugleitet sind.

Die Jagdbomberdrohne soll riskante Luft-Boden-Missionen tief im Feindesland übernehmen. Obwohl von einem unbemannten Collaborative Combat Aircraft (CCA) abgeleitet, das zusammen mit bemannten Flugzeugen eingesetzt wird, müsste die Jagdbomberdrohne so konzipiert werden, dass sie bei Abriss der Verbindung zu einem Führungsflugzeug oder der Bodenstation ihren Auftrag weitgehend autonom erfüllen kann, um anschließend möglichst unbeschadet zurückzukehren.

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Dem Bericht der Welt zufolge soll es offenbar erst zu einem Wettbewerb mehrerer Systeme kommen, bevor eine Beschaffungsentscheidung getroffen wird. Das war auch bislang in Fachkreisen erwartet worden. Neu ist hingegen, dass eine Erstbefähigung im Jahr 2029 dem Beitrag zufolge nicht mehr erreicht werden kann. Eher werde mit einer Verschiebung um mehrere Jahre gerechnet. Langfristig wolle die Bundeswehr der NATO bis spätestens 2035 unbemannte Kampfflugzeuge für verschiedene Aufgaben zur Verfügung stellen, heißt es in dem Artikel. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Der Wettbewerb könne voraussichtlich erst 2027 beginnen.

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Bisher galten Airbus Defence and Space in Kooperation mit Kratos und der XQ-58 Valkyrie, Boeing und Rheinmetall mit der MQ-28A Ghost Bat sowie Helsing mit der CA-1KA in Fachkreisen als die drei gesetzten Kandidaten für den Wettbewerb. Eine Direktbeschaffung der MQ-28, die um die Jahreswende offenbar in der Diskussion war, wird nicht mehr erwartet. Dagegen hatte das US-Unternehmen General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI) erst vor wenigen Wochen die Freigabe der US-Regierung erhalten, vertrauliche Daten ihres CCA Gambit 6, das auch zu einer Jagdbomberdrohne erweitert werden könnte, an das BMVg zu übermitteln. Die CA-1 Europa von Helsing befindet sich noch in der Konstruktionsphase, der Erstflug ist dem Unternehmen zufolge für 2027 vorgesehen.

Fachkreisen zufolge bestand bis vor wenigen Wochen Unklarheit darüber, wie es mit der Beschaffung der Jagdbomberdrohne weitergehen soll. Somit war auch nicht klar, welche genauen Anforderungen an die unbemannten Flugzeuge gestellt werden. Für die Hersteller bedeutet dies, dass eine Weiterentwicklung für die deutschen Spezifikationen des Luft-Boden-Einsatzes nicht möglich war. Auch jetzt scheint es noch keine Details über diese Anforderungen zu geben, wie es in Fachkreisen heißt. Es soll lediglich eine Information über eine strategische Neuausrichtung des Vorhabens gegeben haben.

Mit den Jagdbomberdrohnen soll für die Bundeswehr eine Deep-Precision-Strike-Fähigkeit bereitgestellt werden. Bis diese verfügbar sind, sollen laut Welt-Bericht günstigere Marschflugkörper einen Teil der Fähigkeitslücke schließen. Dazu könnte passen, dass sich die Bundesregierung mit den USA auf die Beschaffung von Tomahawk-Marschflugkörpern geeinigt hat. Ob diese allerdings bis 2029 an die Bundeswehr geliefert werden können, ist unklar. Die Bundesregierung wollte zu Zeitlinien bislang keine Auskunft geben.

Lars Hoffmann