Elektronischer Kampf: STARK übernimmt Start-up Raydiant RF

Anzeige

Das Defence-Tech-Unternehmen STARK hat das in Berlin ansässige Start-up Raydiant RF übernommen. Mit diesem strategischen Schritt will STARK seine Fähigkeiten in der Elektronischen Kampfführung (EK) deutlich ausbauen, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht.

Raydiant RF wurde laut Mitteilung 2024 in der Urban Tech Republic in Berlin-Tegel gegründet. Das Unternehmen entwickele für unbemannte Plattformen gerichtete Kommunikations- und Erkennungssysteme für Funksignale im Gefechtsfeld (Spektrumaufklärung), mit dem Ziel, elektromagnetische Signaturen zu minimieren und Störangriffe direkt auf Hardware-Ebene abzuwehren.

Anzeige

Die Technologie von Raydiant RF wird den Angaben zufolge in die Missionsführungssoftware Minerva von STARK integriert und erweitert damit den KI-Backbone der Plattform. Dadurch wird der elektromagnetische Gefechtsraum, der bislang unsichtbar blieb, sichtbar, was es unbemannten Systemen ermöglicht, sich anzupassen und zu überleben, wie es in der Mitteilung heißt.

Anzeige

Der Gründer von Raydiant RF, Luca Steinweg, wechselt als Head of Communications/Electronic Warfare zu STARK und leitet die neue Einheit. Das vierköpfige Ingenieurteam von Raydiant RF wird den Angaben zufolge in das Team von STARK integriert.

Mit R-Zero habe STARK zusammen mit Raydiant RF bereits sein erstes eigenes System für die Elektronische Kampfführung entwickelt. Das System ermöglicht der Mitteilung zufolge unbemannten Plattformen die aktive Aufklärung und Lokalisierung feindlicher Sender und Radaranlagen.

Aufbauend darauf weitet STARK sein Produktportfolio nach eigenen Angaben nun systematisch in angrenzende Bereiche aus. Das Ingenieurteam von Raydiant RF verfüge über ein tiefgreifendes Know-how in der Konzeption von EK-Systemen, vom komplexen Antennendesign über analoge Elektronik bis hin zu Software Defined Radios (SDR).

Unbemannte Systeme stützen sich bislang weitgehend auf Standard-Kommunikationstechnik, die leicht zu erfassen, zu orten und zu stören ist. Raydiant RF beantworte diese Herausforderung mit einem kompakten, nachrüstbaren Richtantennensystem, wie es heißt. Dieses sei mit Edge-KI-Algorithmen ausgestattet, die das elektromagnetische Umfeld autonom analysieren und proaktiv auf Störer reagieren.

Statt Sendeenergie breit über den gesamten Gefechtsraum abzustrahlen, bündele die Hardware das Funksignal gezielt auf den vorgesehenen Empfänger – ähnlich wie ein Laser statt einer Glühbirne. Dadurch werde die elektromagnetische Signatur erheblich reduziert und die Erfassung, Ortung und Störung der Verbindung deutlich erschwert.
lah