Haenel soll neues Sturmgewehr liefern

Die Bundeswehr wird den Hauptlieferanten von Sturmgewehren wechseln und in Zukunft die Waffen bei der Suhler Firma Haenel beziehen.Wie das Verteidigungsministerium dazu mitteilte, ist das Vergabeverfahren „Sturmgewehr“ einen weiteren großen Schritt vorangekommen. „Aus der nun abgeschlossen Auswertung der Angebote durch die Vergabestelle  des Beschaffungsamtes in Koblenz ist mit der Firma C.G. Haenel GmbH ein Ausschreibungssieger hervorgegangen“, schreibt das Ministerium in einer aktuellen Mitteilung. Im Wettbewerb befand sich nur noch die Firma Heckler & Koch, die die Standard-Sturmgewehre G3 sowie G36 für die Bundeswehr produziert hat.

Am 14. Mai 2020  wurden nach Angaben des BMVg die im Vergabeverfahren System Sturmgewehr Basiswaffe verbliebenen Bieter zur Abgabe eines Best And Final Offer (BAFO) aufgefordert. Die Frist zur  Angebotsabgabe endete demnach am 22. Juni 2020 und die eingegangenen Angebote der Bieter seien durch die Vergabestelle zwischenzeitlich ausgewertet worden. Aus dieser Auswertung sei die C.G. Haenel GmbH als Ausschreibungssieger hervorgegangen.

Das BMVg weist darauf hin, dass das  Ergebnis der Auswertung ist noch nicht rechtswirksam ist. Dem unterlegenen Bieter stehe der Rechtsweg offen. Die  Entscheidung der Vergabestelle stehe  zudem unter dem Vorbehalt der parlamentarischen Billigung im Rahmen der 25 Mio-Vorlage. Diese sei für Ende 2020 vorgesehen. C.G. Haenel gehört zur Tawazun-Holding mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Heckler & Koch befindet sich mittlerweile im Mehrheitsbesitz einer Finanzgesellschaft des französischen Investors Nicolas Walewski. Das Unternehmen liefert die neuen Standard-Sturmgewehre der französischen Armee. Ursprünglich gab es Überlegungen in Deutschland und Frankreich, neue Sturmgewehre gemeinsam zu beschaffen. Das war jedoch verworfen worden.

Pressemitteilungen zufolge geht es bei dem Bundeswehr-Auftrag um die Lieferung von 120.000 Gewehre im Volumen von 250 Mio EUR.
Lah/12/15.9.2020