Gerüchte hinsichtlich Mittelbereichsradar

In Branchenkreisen kursieren seit kurzem Gerüchte, wonach bei der Auswahl des Mittelbereichsradars für das Luftverteidigungssystem TLVS/MEADS ein Anbieter präferiert wird. Demnach sollen sich die Beschaffer im Verteidigungsministerium gegenwärtig auf den deutschen Hersteller Hensoldt fokussieren, der mit einer Weiterentwicklung des Marineradars TRS-4D im Rennen ist. Dem Vernehmen nach geht es um den Kauf von vier Mittelbereichssensoren für das TLVS-Projekt.

Allerdings könnte die Entscheidung für ein Produkt noch weitere Implikationen haben: Denn auch für die Modernisierung der Luftverteidigung im Nah- und Nächstbereich sollen nochmal bis zu 14 Systeme beschafft werden. Idealerweise sollten diese Radare die gleichen Spezifikationen wie der TLVS-Mittelbereichssensor aufweisen, um Wartung und Versorgbarkeit zu gewährleisten. Und auch der Ersatz der mittlerweile veralteten Luftraumüberwachungsradare LÜR steht an. Um Kosten zu sparen, wäre es sinnvoll, auf eine Radarfamilie zu setzen.

Das Nachsehen hätte bei einer Entscheidung für Hensoldt der schwedische Anbieter Saab, der bei Risk-Mitigation-Studien mit seinen Giraffe-4-Radar hinsichtlich der Leistung am besten abgeschnitten haben soll. Saab hat aber offenbar noch keine offizielle Bestätigung über eine Auswahlentscheidung erhalten. Auch ein Hensoldt-Sprecher wusste nichts von einer Festlegung des Beschaffungsamtes BAAINBw. Es bleibt abzuwarten, wie Saab auf eine Auswahl von Hensoldt reagieren wird. Zuletzt hatten bei Ausschreibungen des BMVg beteiligte Unternehmen den juristischen Weg gewählt.
lah/8.12.2017