Bundeswehr nutzt ab November Heron-Drohnen

Die Bundeswehr wird drei israelische Heron-1-Drohnen ab Herbst für Aufklärungseinsätze in Mali einsetzen.  Ein entsprechender Leasing-Vertrag im Wert von rund 90 Mio EUR mit einer Laufzeit von November bis Februar 2018 sei am Mittwoch zwischen der deutschen Beschaffungsbehörde (BAAINBw) und Airbus Defence and Space als Betreiber unterzeichnet worden, teilte das BAAINBw mit. Ähnlich wie bei der  Mission in Afghanistan werden die unbewaffneten Drohnen vom israelischen Hersteller IAI geleast und von Airbus betrieben.

In Afghanistan, wo eine ähnliche Anzahl von Heron 1 im Einsatz ist und bislang mehr als 27.000 Flugstunden absolviert wurden, setzt  Airbus rund 40 Personen für  Betrieb und Wartung ein, wie ein Unternehmenssprecher erläuterte. Er rechnet damit, dass eine ähnlich große Anzahl ins nordmalische Gao geschickt wird, der zukünftigen Heimatbasis der Drohnen.

Die militärischen Missionen würden jedoch ausschließlich von Militärpersonal geflogen, teilte das BAAINBw weiter mit. Auch werde die Analyse der gesammelten Informationen von der Bundeswehr vorgenommen.  Deutschland braucht dringend die unbemannten Flieger in Mali, da die Bundeswehr  seit dem 1. Juli die Verantwortung für die Aufklärung von  den Niederlanden übernommen hat.

Während das Verteidigungsministerium nun zwei Aufträge für Heron 1 laufen hat, könnte sich das Leasing des waffenfähigen  Nachfolger-Modells  Heron TP – als Zwischenlösung bis zur Einführung einer neuen Europäische Drohne im Jahr 2025 –  womöglich verzögern: Das US-Unternehmen General Atomics hat nämlich am 22. Juni die Auswahl des Heron TP statt ihrer eigenen Drohne bei der Vergabekammer des Bundes gerügt. Wie es aus dem BMVg heißt, ist es jedoch noch völlig unklar, ob sich der Zeitplan verändert, da dies von der Entscheidung der Vergabekammer in Bonn abhänge. Gut informierten Kreisen zufolge wird ein  Schiedsspruch in erster Instanz noch in diesem Monat erwartet.

Der Airbus-Sprecher ist jedoch zuversichtlich, dass seine Firma spätestens im ersten Quartal des nächsten Jahres einen Vertrag für Heron TP unterzeichnen kann. Auf der Liste aller in diesem Jahr zur Entscheidung anstehenden so genannten 25-Mio-EUR-Vorhaben für das Parlament findet sich Heron TP allerdings nicht.
lah/12/22.7.2016

Die englische Version des Beitrags ist auf www.defensenews.com erschienen.