Anzeige

RTX liefert 600 Drohnenabwehrflugkörper an die U.S. Army

Kristóf Nagy

Der vormals als Raytheon Technologies bekannte US-Rüstungskonzern RTX ist von der U.S. Army mit der Lieferung von 600 Wirkmitteln des Typs Coyote 2 beauftragt worden. Dies gab das Unternehmen bereits im Februar bekannt. Laut Angaben des US-Heeres hat der Auftrag einen Wert von 75 Millionen US-Dollar.

Auf Seiten der Streitkräfte wurde das Vorhaben durch das verantwortliche Program Executive Office for Missiles and Space ohne Bieterwettbewerb und innerhalb einer kurzen Frist von 30 Tagen umgesetzt. Das radargestützte Coyote 2 ist indes kein neues Wirkmittel im Repertoire der Army. Der eingeführte Flugkörper wurde bereits im Rahmen des LIDS- (Low, slow, small, unmanned aircraft Integrated Defeat System) Programms ab Oktober 2020 sowohl für mobile als auch stationäre Starteinrichtungen in zwei Tranchen beschafft. Die Zielaufklärung und Verfolgung erfolgt durch einen Ku-Band-Radiofrequenzsensor mit einer 360-Grad-Abdeckung. Das Radargerät kann einzelne Ziele und Schwärme bestehend aus bis zu 30 Drohnen detektieren und verfolgen. Ursprünglich zur Aufklärung von feindlichem Steilfeuer in Afghanistan und Irak entwickelt, bewährte sich das System auch für die Zielsteuerung von Maschinengewehren und Maschinenkanonen, aber auch Energiewaffen zur Drohnenabwehr.

Coyote 2 ist ein Wirkmittel, welches aus einem Startrohr verschossen und mit einer Feststoffrakete beschleunigt wird und im Anschluss vier Winglets am Heck ausgeklappt. Angetrieben wird der Flugkörper in der Marschphase von einem Strahltriebwerk, welches Coyote 2 auf bis zu 595 km/h beschleunigt und eine Reichweite von bis zu 15 km ermöglicht. Auf kürzere Distanz kann Coyote 2 auch den Zielanflug abbrechen und erneut ansetzen. Die Zerstörung des Ziels erfolgt kinetisch über Kollision. Ein Sensorpaket im Bug dient der Zielführung.

Besondere Aktualität erhielt die Bestellung des Drohnenabwehrwirkmittels durch den wenige Tage später erfolgten Angriffe durch vom Iran unterstützten Milizen mit Drohnen auf die als Tower 22 bezeichnete US-Basis in Jordanien, bei der drei US-Soldaten fielen. Der Gesamtbedarf des US-Heeres ist indes deutlich größer. So wurden im Dezember 2023 Pläne bekannt, bis zu 6000 Coyote-2-Wirkmittel bis 2029 zu beschaffen. Neben der Army verfolgt auch die US-Marineinfanterie mit ihrem Madis-System den Ansatz, agil und mobil auf unbemannte Bedrohungen aus der Luft reagieren zu können.

Kristóf Nagy

.i.td-icon-menu-up { display: none; }