Die Verteidigungsminister Deutschlands und Norwegens, Boris Pistorius und Tore O. Sandvik, haben während der Münchener Sicherheitskonferenz ein deutsch-norwegisches Verteidigungsabkommen unterzeichnet, das nach Angaben des norwegischen Verteidiungsministeriums auch als „Hansa-Abkommen” bezeichnet wird.
Wie das Ministerium weiter ausführt, hatten Premierminister Støre und Bundeskanzler Merz im vergangenen Sommer angekündigt, dass Norwegen und Deutschland ein solches bilaterales Verteidigungsabkommen ausarbeiten würden. Ziel sei es, einen Rahmen zu schaffen, der die gesamte Bandbreite der bilateralen Verteidigungszusammenarbeit zwischen Norwegen und Deutschland abdeckt.
Das Abkommen umfasst den Angaben zufolge die Zusammenarbeit in allen Bereichen, wobei fünf Schwerpunkte im Vordergrund stehen:
- Weltraumgestützte Überwachung, Zielerfassung und Kommunikation
- Maritime Sicherheit und gemeinsame maritime Operationen im Nordatlantik und in der Nordsee
- Landkriegsführung unter Einsatz kombinierter Waffen.
- Schnelle Verstärkung
- Verteidigungsindustrie
Norwegen und Deutschland arbeiten bereits heute intensiv in Bereichen wie Weltraumaktivitäten, maritime Sicherheit, Landoperationen, gegenseitige Verstärkung und Verteidigungsindustrie zusammen. Ein zentraler Pfeiler dieser Zusammenarbeit sei Verteidigungsmaterial, darunter U-Boote, Flugkörper und neue Kampfpanzer. So beschafft Norwegen sechs U-Boote der Klasse 212 CD sowie Kampfpanzer Leopard.
Die Länder arbeiten auch bei der Entwicklung von Langstrecken-Seezielflugkörpern der nächsten Generation (3SM) zusammen. Bei den U-Booten soll unter anderem eine umfassende Zusammenarbeit bei der Personalausbildung erofolgen und beide Nationen errichten neue Wartungseinrichtungen in Haakonsvern in Bergen.
Deutschland sei entschlossen, mehr Verantwortung im Nordatlantik zu übernehmen und seine Präsenz zu verstärken, sagte Sandvik. Dies sei eine positive Entwicklung für die Sicherheit Norwegens und der Bündnispartner.
Die deutschen Streitkräfte trainieren regelmäßig in Norwegen, unter anderem während der bevorstehenden Winterübung Cold Response 26. Währnd Norwegen seine Infrastruktur weiter ausbauen wolle, um die Aufnahme von Verstärkung durch die Verbündeten zu unterstützen, werde derzeit darüber diskutiert, ob Deutschland Ausrüstung in Norwegen vorpositionieren werde.
Der Erwerb deutscher Leopard-A28-Kampfpanzer durch Norwegen trägt laut Ministerium zur weiteren Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den Landstreitkräften bei. Diese Investition fördere auch die industrielle Zusammenarbeit und unterstütze Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Norwegen. Ein Beispiel dafür sei, dass das norwegische Unternehmen RITEK mit Sitz in Trøndelag in der Mitte Norwegens 37 der 54 Leopard-2-Kampfpanzer montieren werde.
Die norwegische und die deutsche Industrie treiben auch gemeinsame Technologieprojekte im Weltraumsektor voran. „Weltraumkapazitäten werden für militärische Operationen immer wichtiger. Der Weltraumbahnhof Andøya spielt eine zentrale Rolle in der Weltraumstrategie Norwegens und birgt ein erhebliches Potenzial für die Startaktivitäten Deutschlands“, betonte Sandvik.
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