Sowohl die portugiesischen als auch die belgischen Streitkräfte bereiten offenbar die Beschaffung von Boxer-Radpanzern vor. Dies geht aus einer Präsentation des Rüstungskonzerns Rheinmetall hervor, die im Rahmen des gestrigen Analystengesprächs gezeigt wurde. Während die portugiesische Beschaffungsabsicht bereits seit rund einem halben Jahr bekannt ist, ist das belgische Interesse am Radschützenpanzer Schakal neu.
Aus der gezeigten Folie geht hervor, dass Rheinmetall im zweiten Halbjahr internationale Auftragseingänge unter anderem aus Portugal für den Boxer sowie Belgien für den „Jackal“ – der englische Markenname für den Radschützenpanzer Schakal – erwartet. Die Höhe der Auftragseingänge sowie weitere Details zu der Beschaffung wurde im Analystengespräch nicht weiter ausgeführt.
Ein Vertreter des portugiesischen Heeres hatte bereits Ende Januar 2026 auf der International Armoured Vehicle Conference (IAV) die Beschaffung von bis zu 90 Boxer-Radpanzern angekündigt. Den bei der IAV getätigten Aussagen zufolge ist eine Beschaffung von zwei unterschiedlichen Varianten des Fahrzeuges über die OCCAR geplant, die über das europäische Finanzierungsinstrument SAFE finanziert werden sollen. Gekauft werden sollen Gruppentransportfahrzeuge sowie Radschützenpanzer, die die zukünftige Hauptplattform der in Aufstellung befindlichen Mittleren Brigade des portugiesischen Heeres bilden sollen. Aktuell ist jedoch nicht bekannt um welche Variante des Radschützenpanzers es sich in diesem Fall handelt, neben dem Schakal, wäre auch eine Variante des Schweren Waffenträgers Infanterie oder des litauischen Vilkas denkbar.
Belgien hat hingegen bis dato kein Beschaffungsinteresse des Boxers öffentlich bekundet. Die Auflistung des Radschützenpanzer Schakal auf der Rheinmetall-Folie ist der erste öffentliche Hinweis.
Der Schakal, in Deutschland auch als „Radpanzer Mittlere Kräfte“ bezeichnet, basiert auf dem von KNDS Deutschland entwickelten Waffensystem Boxer RCT30. Das Waffensystem kombiniert das Boxer-Fahrmodul – in der modernisierten Ausführung „Future Common Drive Module“ – mit einem Maschinenkanonen-Missionsmodul mit dem aus dem Schützenpanzer Puma bekannten unbemannten Turm vom Typ RCT30.
Varianten dieses Radschützenpanzers wurden von Deutschland, den Niederlanden, der Ukraine sowie Katar beschafft.
Waldemar Geiger















