Seit geraumer Zeit wird berichtet, dass die Bundeswehr die Beschaffung mehrerer Tausend gepanzerter Fahrzeuge vom Typ Boxer in unterschiedlichen Varianten vorbereitet. Je nach Medium mäandert die Zahl der Boxer, die die Bundeswehr kaufen möchte, von rund 2.000 bis 3.000 Fahrzeuge. In einem gestrigen Analystengespräch erklärte der Rheinmetall-CEO Armin Papperger, dass sich das Gesamtvolumen für das Vorhaben, welches in der Bundeswehr unter dem Namen „Arminius“ geführt werde, auf rund 40 Milliarden Euro belaufen könnte, wovon etwa 22 Milliarden auf Rheinmetall entfallen würden. Die Differenz zwischen 22 und 40 Milliarden Euro erklärt sich dadurch, dass die Boxerkäufe auf der industriellen Seite über die ARTEC GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und KNDS Deutschland, abgewickelt werden, an der Rheinmetall direkt und indirekt 64 Prozent der Anteile hält.
Wie es aus gut unterrichteten Kreisen heißt, würde sich die von Papperger in den Raum gestellte Summe von 40 Milliarden Euro allerdings nur dann materialisieren, wenn die Bundeswehr tatsächlich alle potenziell benötigten Boxer beschaffen würde. Hier ginge es dann dem Vernehmen nach um mehr als 3.000 Systeme, die neben der Vollausstattung der Bundeswehr auch einen deutlichen Aufwuchs der Truppe sowie eine üppige Umlaufreserve gewährleisten würden. Allerdings dürfte die Umsetzung weit über das Jahr 2035 dauern.
Auch wenn Insider gegenüber hartpunkt bestätigen, dass Arminius tatsächlich das Potenzial für mehrere tausend Boxer hat, soll die aktuell von der Bundeswehr ins Auge gefasste Anzahl an Boxern, die fest bestellt werden sollen, bei rund 1.800 Fahrzeugen liegen. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Bundeswehr im Rahmen von Arminius, eine Rahmenvereinbarung mit der ARTEC zu schließen, die es den deutschen Streitkräften erlauben würde, unterschiedliche Varianten des Fahrzeuges aus dem Vertrag abzurufen. Anstelle für jede Variante des Boxers einen eigenen Vertrag zu schließen, würde ein großer Gesamtrahmenvertrag mit eine Festbeauftragungsmenge von rund 1.800 Fahrzeugen samt weiteren Optionen vereinbart. Damit könnte die Bundeswehr zukünftig fast alle Boxervarianten über diesen Rahmenvertrag kaufen, die Beschaffung von Fahrzeugen wie beispielsweise dem Radschützenpanzer Schakal bleibt davon außen vor, da diese Fahrzeuge über die OCCAR gekauft werden.
Wie es heißt, besteht ein Großteil der zum Kauf anstehenden Armenius-Boxer-Flotte aus Führungsboxern sowie dem Flugabwehrkanonenpanzer Skyranger. Auch Radhaubitzen vom Typ RCH 155 und Gruppentransportfahrzeuge sind dem Vernehmen zum Kauf über den Arminius-Vertrag vorgesehen. Zudem wird wohl auch die Beschaffung neuer Varianten – wie beispielsweise dem Brückenleger – über Arminius erwogen. Dabei ist es offenbar nicht ausgeschlossen, dass vor dem Schließen des Arminius-Gesamtvertrages einzelne Boxer-Projekte wie etwa in der Variante für die RCH 155 vorab abgerufen werden.
In dem gestrigen Analystencall sagte der Rheinmetall-CEO, dass der Vertragsabschluss im ersten oder zweiten Quartal 2026 möglich sei. Sollte dies tatsächlich geschehen, gehen Insider davon aus, dass Rheinmetall und KNDS Deutschland die Produktionskapazitäten dermaßen hochfahren müssten, dass zu Hochzeiten zwei bis drei Boxer am Tag produziert werden könnten.
Waldemar Geiger















