Collaborative Combat Aircraft: Rolls Royce entwickelt Design-Konzept für Deutschland

Lars Hoffmann

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Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce arbeitet gegenwärtig an einem Konzept für eine neue Familie von Triebwerken, die in sogenannten Collaborative Combat Aircraft (CCA) – auch als Kampfdrohnen bezeichnet – zum Einsatz kommen könnten. Sein Unternehmen habe in Deutschland einen Auftrag zur Entwicklung eines skalierbaren Kerntriebwerkskonzepts erhalten, das sich an mehrere autonome Plattformen der mittleren CCA-Klasse anpassen lasse, sagte Rolls-Royce-CEO Tufan Erginbilgic vor wenigen Tagen bei der Präsentation der Halbjahreszahlen seines Unternehmens am 30. Juli. „Die Entwicklung dieses Konzepts soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden“, kündigte er an.

Weitere Angaben zu dem Auftrag machte Erginbilgic nicht. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Arbeiten im Auftrag des BMVg erfolgen. Dabei dürfte der deutschen Rolls-Royce-Niederlassung in Dahlewitz bei Berlin eine maßgebliche Rolle zukommen. Bei einer Veranstaltung im vergangenen Jahre hieß es in der Präsentation eines BMVg-Vertreters, dass ein potenzieller Bedarf für einen Trieberksdemonstrator im Leistungsbereich von 20 bis 30 Kilonewton für mittlere CCA der Klasse vier bis sechs Tonnen besteht. Die Bundeswehr geht bisher davon aus, dass perspektivisch mehrere Klassen von CCA für unterschiedliche Aufgaben eingeführt werden, darunter auch eine sogenannte Jagdbomberdrohne.

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Bei Kampfflugzeugen – bemannt oder unbmannt – gilt das Triebwerk als wesentlicher Faktor für die Leistungsfähigkeit. Bislang wurden in Deutschland keine modernen militärischen Flugzeug-Triebwerke entwickelt. Die Antriebe von Eurofighter und Tornado sind im Rahmen von internationalen Konsortien entstanden. Allerdings hat Rolls-Royce in Dahlewitz mit den zivilen Triebwerken der Pearl-Baureihe nachgewiesen, dass die deutsche Tochter des britischen Unternehmens in der Lage ist, Design, Bau und Zulassung in eigener Zuständigkeit umzusetzen. Souveräne nationale Fähigkeiten im Bereich von Schlüsseltechnologien im Rüstungsbereich gewinnen gegenwärtig an Bedeutung, um Abhängigkeiten von ausländischen Partnern zu verringern.

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Rolls-Royce ist nach eigenen Angaben neben Deutschland auch in anderen Märkten beim Thema CCA engagiert. CEO Erginbilgic sprach von wichtigen Meilensteinen im Bereich autonomer Systeme während des Berichtszeitraums. So führte die U.S. Navy seinen Worten zufolge den erfolgreichen Erstflug der MQ-25A Stingray durch, eines unbemannten Luftbetankungsflugzeugs, das von AE-Triebwerken von Rolls-Royce angetrieben wird. Zudem sehe der britische Defence Investment Plan vor, in den nächsten vier Jahren 5 Milliarden Pfund für autonome Plattformen bereitzustellen.

Lars Hoffmann