Das amerikanisch-deutsche Raumfahrtunternehmen Planet Labs baut in Berlin-Charlottenburg einen neuen Produktionsstandort für Satellitenkomponenten und optische Systeme auf. In der Anlage sollen künftig unter anderem Komponenten für die Pelican-Erdbeobachtungssatelliten gefertigt sowie Satelliten montiert, integriert und getestet werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Projektmanagement übernehme das Beratungsunternehmen Drees & Sommer.
Nach Unternehmensangaben entstehen auf rund 5.000 Quadratmetern Labor-, Reinraum- und Büroflächen. Vorgesehen sind laut Mitteilung Reinräume der ISO-Klassen 6 und 7 für die Fertigung und Prüfung empfindlicher Satellitenkomponenten wie Sensoren, Elektronik sowie optischer Systeme.
Das Unternehmen hatte im vergangenen September den Aufbau einer Satellitenproduktion in Deutschland angekündigt. Damals war von einer Investitionssumme von 45 Millionen Euro die Rede. Wenige Monate zuvor hatte die Planet Labs Germany GmbH einen mehrjährigen, von der deutschen Regierung finanzierten Vertrag über 240 Millionen Euro „zur Unterstützung von Frieden und Sicherheit in Europa“ erhalten. Im Rahmen dieser Vereinbarung werde Planet dedizierte Kapazitäten und direkte Downlink-Dienste auf Pelican-Satelliten über bestimmten europäischen Regionen bereitstellen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben die weltweit größte Flotte kommerzieller Erdbeobachtungssatelliten. Beobachter vermuten, dass insbesondere Satellitendaten zum Krieg in der Ukraine von großem Interesse sein dürften.
Die Pelican-Satelliten sollen der aktuellen Mitteilung zufolge hochauflösende Erdbeobachtungsdaten mit kurzen Wiederholraten liefern. Das Unternehmen sieht Einsatzmöglichkeiten unter anderem für Umwelt- und Katastrophenmonitoring, Infrastrukturüberwachung sowie Anwendungen im Sicherheits- und Verteidigungsbereich. Hochauflösende Satellitendaten werden zunehmend auch für die Aufklärung und Lagebilderstellung genutzt.
Mit dem neuen „European Space Hub“ bündelt Planet Labs nach eigenen Angaben Satellitenfertigung, Entwicklung, Missionsbetrieb und Geschäftsaktivitäten an seinem Berliner Standort. Das Unternehmen unterhält seine Europazentrale bereits seit mehr als zehn Jahren in der deutschen Hauptstadt und plant, die Zahl seiner Beschäftigten vor Ort – gegenwärtig 150 – um bis zu 70 zu erhöhen.
Der Ausbau des Berliner Standorts erfolge vor dem Hintergrund eines wachsenden europäischen New-Space-Marktes. Neben zivilen Anwendungen gewinne insbesondere die kommerzielle satellitengestützte Erdbeobachtung angesichts steigender militärischer Anforderungen an Aufklärung, Lagebilder und Resilienz weltraumgestützter Fähigkeiten zunehmend an Bedeutung.
lah


















