Norwegens Regierung spricht sich für die Beschaffung zwei weiterer U-Boote bei TKMS aus

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Die norwegische Regierung will dem Parlament in Oslo einen neuen Vorschlag zur Beschaffung von zwei weiteren U-Booten für die Streitkräfte vorlegen. Wie es in einer Mitteilung des norwegischen Verteidigungsministeriums weiter heißt, folgt die Regierung dem einstimmigen Beschluss des Parlaments bei der Behandlung des Langzeitplans für den Verteidigungssektor, wonach Norwegen insgesamt sechs neue U-Boote beschaffen soll. Diese Empfehlung hatte der Chef der Streitkräfte gemacht.

Norwegen hat bereits einen Vertrag über den Bau von vier hochmodernen U-Booten vom deutschen Lieferanten TKMS unterzeichnet. Zwei der norwegischen U-Boote befinden sich bereits in Deutschland im Bau, und das erste U-Boot soll 2029 an die Marine übergeben werden, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

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Um das U-Boot-Projekt um zwei weitere U-Boote erweitern zu können, schlägt die Regierung vor, den Kostenrahmen um 46 Milliarden Kronen inklusive Mehrwertsteuer, Unsicherheitsrückstellungen und Durchführungskosten zu erhöhen. Dies würde umgerechnet rund 3,9 Milliarden Euro entsprechen.

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Der Stückpreis für die U-Boote und die dazugehörigen Waffensysteme sei gestiegen, da kritische Rohstoffe und Verteidigungsgüter im Vergleich zu dem Zeitpunkt, als der Vertrag für die ersten vier U-Boote im Jahr 2021 unterzeichnet wurde, teurer geworden seien, heißt es in der Mitteilung.

Darüber hinaus beteiligt sich Norwegen den Angaben zufolge an der Finanzierung einer zweiten Produktionslinie in Deutschland, die eingerichtet werden muss, damit die neuen U-Boote schnell genug gebaut werden können. Schließlich steigen die Gesamtkosten des U-Boot-Projekts der Mitteilung zufolge, weil die Kosten für die Beschaffung der ersten vier U-Boote erheblich an den aktuellen Wechselkurs angepasst werden müssen. Beobachter hatten erwartet, dass die Regierung erst im kommenden Jahr eine Empfehlung zur Beschaffung der U-Boote geben würde, da gegenwärtig die langfristige Verteidigungsplanung überarbeitet und mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln in Einklang gebracht wird.

„Wir befinden uns in einer sehr ernsten sicherheitspolitischen Lage. Norwegen und unsere Verbündeten müssen ihre Verteidigungsfähigkeit stärken, während gleichzeitig die Preise für Verteidigungsgüter steigen. Die Regierung hält es für richtig, der Beschaffung von zwei weiteren U-Booten jetzt Vorrang einzuräumen. Das ist eine teure Investition, aber auch eine wichtige Investition in die Sicherheit Norwegens in einer unruhigen Zeit“, sagte Verteidigungsminister Tore O. Sandvik laut Mitteilung. Nun müsse das Parlament über die Empfehlung der Regierung entscheiden. Danach sei vorgesehen, den Vertrag für die beiden neuen U-Boote vor Ablauf der Angebotsfrist zu unterzeichnen, so Sandvik.

Der CEO von TKMS, Oliver Burkhard, kommentierte die Absicht der Norweger mit den Worten: „Wir freuen uns über die Ankündigung der norwegischen Regierung, zwei weitere U-Boote der Klasse 212CD zu beschaffen und TKMS die Auftragserweiterung im laufenden 212CD-Programm zu erteilen. Die Zahl der für die Königlich Norwegische Marine vorgesehenen Boote steigt damit von vier auf insgesamt sechs Stück.“

Die Deutsche Bundesregierung hatte bereits im Dezember 2024 mehrheitlich für die Beschaffung ihrer vier Optionsboote gestimmt. Damit stieg die Anzahl der bei TKMS bestellten 212CD-U-Boote für die Deutsche Marine von ursprünglich zwei auf ebenfalls insgesamt sechs U-Boote.

„Mit der norwegischen Auftragserweiterung erreicht das Programm sein bislang geplantes maximales Auftragsvolumen von insgesamt 12 U-Booten. Als nächste Phase besteht die Möglichkeit der Programmerweiterung um potenziell 12 kanadische U-Boote. Hierfür setzt sich TKMS mit seinen deutschen und norwegischen Partnern im laufenden Wettbewerbsverfahren ein“, so Burkhard.

Deutschland ist nach Aussage von Sandvik einer der wichtigsten Kooperationspartner Norwegens, ein enger Verbündeter und ein Land, mit dem Norwegen viele gemeinsame Interessen haben. Die strategische Partnerschaft beider Partner bündele die Ressourcen zweier enger Verbündeter im Hinblick auf gemeinsame Sicherheitsherausforderungen.

Überdies schlägt die norwegische Regierung die Beschaffung von Langstrecken-Raketenartillerie mit einer Reichweite bis 500 Kilometer vor, für die 19 Milliarden Kronen (entspricht rund 1,6 Milliarden Euro) eingeplant werden.

Lars Hoffmann