Marine: Grünes Licht für neues Standard-FüWES CMS 330 und neue RAM-Flugkörper

Lars Hoffmann

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Die Deutsche Marine verfügt über eine Vielzahl von verschiedenen Führungs- und Waffeneinsatzsystemen (FüWES) für ihre Schiffe, was zu Herausforderungen bei Logistik und Ausbildung führt. Um diesem Missstand abzuhelfen, soll ein neues Standard-FüWES eingeführt werden, dass querschnittlich genutzt werden kann.

Die für die Beschaffung notwendige 25-Millionen-Euro-Vorlage für die Entwicklungs- und Beschaffungsmaßnahme „Standardisierung maritimer Führungs- und Waffeneinsatzsysteme (FüWES-M)“ wurde heute vom Verteidigungs- und vom Haushaltsausschuss des Bundestages gebilligt. Gut informierten Kreisen zufolge handelt es sich bei dem FüWES um das CMS 330 der kanadischen Tochter des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin. Wie es heißt, weist der Vertrag für die Laufzeit bis 2029 ein Volumen von rund 160 Millionen Euro auf, von denen knapp 90 Millionen bis Ende kommenden Jahres abgerufen werden sollen. Bei dem Vorhaben geht es nicht nur um Lizenzen, sondern auch um die Ausbildung und die Anbindung weiterer Sensoren.

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Mit der Behandlung in den Ausschüssen ist der Weg für den Vertragsschluss frei, der dem Vernehmen nach in Kürze mit der kanadischen Seite erfolgen soll. Da es sich quasi um ein Government-to-Government-Geschäft handelt, wird der Kontrakt mit der Canadian Commercial Corporation (CCC) geschlossen.

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Das CMS ist bereits als Führungssystem unterhalb des vor allem auf die Luftverteidigung fokussierten Aegis-Systems gesetzt, mit denen die Fregatten der in der kommenden Dekade geplanten Klasse 127 ausgestattet werden sollen. Insidern zufolge ist vorgesehen, als erste Schiffe der deutschen Marine die Fregatten der Klasse 125 mit dem CMS 330 auszustatten. Wie es heißt, soll Hensoldt – das Unternehmen verfügt mit der Übernahme der ESG über die entsprechenden Fähigkeiten – mit Integrationsuntersuchungen für CMS 330 beauftragt werden. Wie es heißt, soll auch Rheinmetall Interesse an einer Beauftragung gezeigt haben.

Bei der Integration könnte womöglich auch gleich die Nutzung der neuen RAM-Variante Block II B sowie eines weiteren Luftverteidigungseffektors – wie etwa die Iris-T SLM – berücksichtigt werden. Eine Vorlage für eine zweite Ergänzungsbeschaffung der neuen RAM-Variante Block II B im Volumen von mehr als 410 Millionen Euro wurde heute ebenfalls in den Ausschüssen behandelt.

Die Einführung des CMS 330 in die Deutsche Marine wird vom BMVg überdies als Offset-Leistung betrachtet, sollte sich Kanada für die Beschaffung von U-Booten der Klasse 212 CD von TKMS entscheiden. Wie Verteidigungsminister Boris Pistorius kürzlich bei einer Pressekonferenz in Ottawa sagte, befindet sich Deutschland gegenwärtig in Offset-Verhandlungen mit dem nordamerikanischen Land für das U-Boot-Geschäft. Als ein solches Gegengeschäft sieht er die Beschaffung eines kanadischen FüWES. Allerdings soll das CMS 330 bereits zuvor aufgrund seiner Leistungsmerkmale ausgewählt worden sein.

Lars Hoffmann