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Italienisches Parlament billigt Beschaffungspläne für Leopard 2

Lars Hoffmann und Waldemar Geiger

Der Verteidigungsausschuss des italienischen Parlamentes hat am 21. Februar 2024 den Regierungsentwurf für die Beschaffung von 132 Leopard-2-Kampfpanzern sowie 140 Unterstützungsfahrzeugen gebilligt. Wie einer Parlamentsveröffentlichung zu entnehmen ist, wird für das Beschaffungsprogramm, einschließlich mehrjährigen Kosten für Logistik, Ausbildung und Munition, mit einem Gesamtkostenvolumen von 8,246 Milliarden Euro gerechnet.

Zudem ist dem Bericht zu entnehmen, dass das Beschaffungsprogramm in zwei Phasen eingeteilt ist. In einer ersten Phase, welche 2024 beginnen und 2026 enden soll, wird die Entwicklung, Vorserienproduktion und Zulassung der Fahrzeuge erfolgen. In der zweiten Phase (2027-2037) erfolgt dann die eigentliche Beschaffung der 132 Kampfpanzer und 140 Unterstützungsfahrzeuge.

Dem Vernehmen nach wird die Endmontage der Fahrzeugflotte in Italien erfolgen. Beobachter des Beschaffungsprogramms gehen davon aus, dass der italienische Rüstungskonzern Leonardo als Generalunternehmer fungieren wird.

Im Dezember vergangenen Jahres hatten der italienische Rüstungskonzern Leonardo und das französisch-deutsche Landsystemhaus KNDS, zum dem auch KMW gehört, angekündigt, im Bereich der Elektronik für Landsysteme enger zusammenarbeiten und überdies einen echten europäischen Verteidigungskonzern schaffen zu wollen.

Eine solche strategische Allianz werde die nationale industrielle Basis und die Entwicklung einer neuen Generation von gepanzerten Fahrzeugplattformen, einschließlich des Main Ground Combat System (MGCS) fördern, und so die Umsetzung von Kooperationsprogrammen zwischen den europäischen Staaten ermöglichen, hatte Leonardo seinerzeit in einer Mitteilung geschrieben.

Wie es damals hieß, hätten Leonardo und KNDS eine Vereinbarung zur gemeinsamen Umsetzung des Beschaffungsprogramms für Kampfpanzer auf der Grundlage des Leopard 2 A8 geschlossen. Die beiden Unternehmen würden bei der Entwicklung, Herstellung und Wartung des Leopard 2 A8 für die italienische Armee sowie bei den Unterstützungsplattformen zusammenarbeiten. Neben der Modernisierung der Kampfpanzer-Flotte will Italien auch neue Schützenpanzer beschaffen.

Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, laufen gegenwärtig die Verhandlungen darüber, wie Leonardo Anteile an KNDS übernehmen und womöglich eigene Unternehmensbestandteile in ein erweitertes Gemeinschaftsunternehmen einbringen kann. Voraussetzung für eine Beteiligung von Leonardo ist allerdings, dass der französische Staat sowie die deutsche Eigentümerfamilie Bode Anteile an KNDS abgeben. Unklar ist, wann mit Ergebnissen der Gespräche zu rechnen ist.

Bei den in Italien zu produzierenden Leopard 2 A8 IT gehen Marktkenner davon aus, dass nur wenige spezifische Komponenten aus Italien kommen werden, da das Fahrzeug bereits ausdefiniert ist. Beobachter gehen davon aus, dass neben der Kommunikationssuite auch Teile der Optronik und die Feuerleitanlage aus italienischer Produktion kommen werden. Der Leonardo CEO hatte zudem im Rahmen eines jüngst veröffentlichten Interviews mit der US-Fachpublikation Defense News auch eine italienische Rohrfertigung ins Spiel gebracht.

Designmerkmale Leopard 2 A8

Der Leopard 2 A8 ist gegenüber den Vorgängervarianten ein von Grund auf neu hergestellter Kampfpanzer mit einem Gefechtsgewicht von rund 70 Tonnen. Als Hauptbewaffnung dient eine Rheinmetall-Waffenanlage mit einem 120mm/L55A1-Rohr. Damit ist der Panzer zum Verschuss von programmierbarer HE-Munition und von KE-Munition neuester Bauart befähigt. Das Fahrzeug soll Brancheninformationen zufolge über eine volldigitale Feuerleitanlage und Tag- und Nachtsicht-Aufklärungs- und Zieloptiken für Kommandant und Richtschütze verfügen. Auch eine aus optischen sowie thermographischen Sensoren fusionierte Rundumsicht ist vorhanden. Zudem soll der A8 über eine vom Haupttriebwerk entkoppelte Stromversorgung mit mindestens 20 kW Dauerleistung verfügen.

Das Triebwerk sowie das anders untersetzte Seitenvorgelege entspricht der Konfiguration des Leopard 2 A7V. Ein neuer Bombletschutz am Turmdach sowie die neueste Version des abstandsaktiven Schutzsystems Trophy verbessern das Schutzniveau des A8 gegenüber den früheren Modellen.

Lars Hoffmann und Waldemar Geiger

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