Erste Iris-T SLM soll im nächsten Jahr kommen

Estland hofft auf die Lieferung des ersten Luftverteidigungssystems aus deutscher Fertigung vom Typ Iris-T SLM im kommenden Jahr. Dies sei erforderlich, um das System mittlerer Reichweite 2025 in den operationellen Betrieb nehmen zu können, erläuterte Priit Soosaar, Communications and Radar Strategic Category Manager beim estnischen Centre for Defence Investments (RKIK). Für die Beschaffung von Iris-T SLM, bei dem das RKIK eine Führungsrolle eingenommen hat, haben sich die beiden baltischen Staaten Estland und Lettland zusammengetan. Gemeinsam wollen sie das Waffen in Deutschland kaufen.

Da sich der Beschaffungsprozess nach Aussage von Soosaar in der finalen Phase befindet und der Vertrag noch nicht unterzeichnet sei, wollte er keine Details zur Zahl und den technischen Spezifikationen der gewünschten Systeme nennen. Gegenwärtig würden die Verhandlungen direkt mit dem deutschen Herstellerunternehmen Diehl geführt. Das scheint darauf hinzudeuten, dass dei beiden baltischen Länder nicht in einen Rahmenvertrag des BMVg mit dem Hersteller einsteigen werden.  Früheren Berichten des estnischen Verteidigungsministeriums zufolge wird ein Vertragsschluss mit Diehl in diesem Sommer angestrebt.

Estland hat nach eigenen Angaben den Tenderprozess für das Luftverteidigungssystem im vergangenen Sommer gestartet, worauf eine ausgiebige Marktforschung und -bewertung gefolgt sei, um das beste Produkt zu identifizieren. Dabei wurden Kriterien, wie die technischen Fähigkeiten, Preis, Liefertermine und die Beteiligung der lokalen Industrie berücksichtigt. Anfangs habe man die Gespräch mit sechs Unternehmen aus Norwegen, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Israel und Südkorea aufgenommen, so Soosaar. In der Schlussrunde hätten dann vier Unternehmen ihre Angebote abgegeben.

Estland ist auch der von Deutschland geführten European Sky Shield Initiative (ESSI) beigetreten. Das Land sieht diese als exzellente Plattform für mögliche gemeinsame Aktivitiäten in Zukunft. Womöglich könnte das Land auch an einem Schutz durch das Raketenabwehrsystem Arrow 3 interessiert sein, das die Bundeswehr beschaffen will.
lah/1.6.2023