Bundeswehr: Drohnenabwehrsystem ASUL erhält kinetische Wirkmittel

Lars Hoffmann

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Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw hat die zu Hensoldt gehörende ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH mit der Ausstattung des „Abwehrsystems gegen unbemannte Luftfahrzeuge“ (ASUL) mit kinetischen Wirkmitteln beauftragt. Im Rahmen einer Kampfwertsteigerung soll das System in die Lage versetzt werden, kleine unbenannte Luftfahrzeuge (small Unmanned Aerial System; sUAS) mit kinetischen Mitteln zu bekämpfen, wie aus einer gestern veröffentlichten Mitteilung des BAAINBw auf der europäischen Vergabeplattform TED hervorgeht.

Das so „erweiterte System ASUL“ soll in die Lage versetzt werden, sUAS bereits in Entfernungen von bis zu 400m (bei beweglichen Zielen) und 800m (bei statischen Zielen) „zu detektieren“.

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Ein Wert für den im Verhandlungsverfahren ohne Aufruf zum Wettbewerb vergebenen Kontrakt wird nicht genannt. Der Auftrag könne aufgrund von Ausschließlichkeitsrechten, darunter von Rechten des geistigen Eigentums, nur von einem bestimmten Wirtschaftsteilnehmer ausgeführt werden, heißt es zur Begründung. Die ESG hatte ASUL entwickelt und die genutzte Software programmiert. Der Vertrag wurde am 9. Dezember geschlossen, der Auftragsbeginn wird mit dem 9.12.2025, das Enddatum wird mit dem 25.5.2027 angegeben.

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Die Bundeswehr nutzt ASUL bereits seit einigen Jahren zum Schutz ihrer Feldlager vor Drohnen. Dabei werden Sensoren mit Softkill-Fähigkeiten verknüpft, um die anfliegenden Luftfahrzeuge zu identifizieren, zu klassifizieren und schließlich mit einem Störsender zu bekämpfen. Mit der Integration kinetischer Wirkmittel können in Zukunft auch Drohnen abgeschossen werden.

Bereits im vergangenen Jahr war zu vernehmen, dass die im Rahmen des abgebrochenen Projektes „qualifizierte Fliegerabwehr” beschafften zehn Waffenstationen des norwegischen Herstellers Kongsberg mit den darin integrierten Granatmaschinenwaffen als kinetische Wirkmittel für ASUL genutzt werden sollen. Beobachter gehen davon aus, dass die Integration mit dem beschriebenen Auftrag nun offiziell beauftragt wurde.

Lars Hoffmann