Cambridge Aerospace schließt Series-C-Runde über 300 Millionen Dollar ab und will in deutschen Standort investieren

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Das britische Defence-Tech-Start-up Cambridge Aerospace hat heute seine sogenannte Series-C-Runde über 300 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 3,4 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Mit den Mitteln baut das auf Luftverteidigung und Drohnenabwehr spezialisierte Unternehmen seine Fertigungskapazitäten aus, um bestehende und neue Aufträge zu erfüllen, wie es in einer Mitteilung schreibt. Zugleich will es weiter in die Weiterentwicklung bestehender Produkte, in die Markteinführung der nächsten Systemgeneration und in den beschleunigten Ausbau seines Entwicklungsstandorts in Deutschland investieren.

Die Bedrohungslage im europäischen Luftraum verändere sich schneller als klassische Beschaffungszyklen. Drohnen und Marschflugkörper werden in kurzer Zeit weiterentwickelt und in großer Zahl eingesetzt. Dem stehe eine Abwehr gegenüber, die auf kleine Stückzahlen hochkomplexer Effektoren ausgelegt sei, schreibt das Start-up.

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Die Antwort von Cambridge Aerospace seien kosteneffiziente Abfangsysteme, die sich in hohen Stückzahlen produzieren lassen – schon heute Skyhammer gegen Drohnen, ab 2027 Starhammer gegen Marschflugkörper, schreibt das Unternehmen.

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Cambridge Aerospace ist nach eigenen Angaben bereits mit einem Entwicklungsstandort in Deutschland vertreten und beschleunigt dessen Ausbau mit den neuen Mitteln. Perspektivisch solle in Deutschland auch produziert werden, heißt es in der Mitteilung. Damit entstehen hochqualifizierte Arbeitsplätze in Ingenieurwesen und Fertigung.

Das Vorhaben füge sich in den Rahmen des Trinity-House-Abkommens ein, das Deutschland und das Vereinigte Königreich 2024 geschlossen und 2025 im Kensington-Vertrag rechtlich verbindlich verankert haben, schreibt das Unternehmen. Beide Regierungen haben darin unter anderem die Stärkung der integrierten europäischen Luft- und Raketenabwehr sowie eine engere Verzahnung ihrer Verteidigungsindustrien vereinbart. Genau an dieser Schnittstelle arbeite Cambridge Aerospace: an bezahlbaren Abfangsystemen, entwickelt und künftig gefertigt in beiden Ländern.

Im April dieses Jahres hatte Cambridge Aerospace eine Series-B-Runde über 200 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 1,3 Milliarden Dollar abgeschlossen. Seither hat das Unternehmen mehrere Aufträge des britischen Verteidigungsministeriums erhalten, darunter die Lieferung kostengünstiger Abfangflugkörper für die britischen Streitkräfte. Den ersten Auftrag gab der britische Verteidigungsminister auf der London Defence Conference bekannt; im Juli folgte das Programm „Low-Cost Effectors & Autonomous Platforms“ (LEAP).

Das Unternehmen wurde vor weniger als zwei Jahren gegründet. CEO ist Professor Steven Barrett, ein Luft- und Raumfahrtingenieur, CCO Chris Sylvan diente mehr als ein Jahrzehnt bei den Royal Marines und arbeitete anschließend in der Entwicklung neuer Verteidigungstechnologien.

Zwei Drittel der über 250 Beschäftigten arbeiten laut Mitteilung in technischen und ingenieurwissenschaftlichen Funktionen; hinzu kommen Veteranen verbündeter Streitkräfte. Auf dieser Grundlage hat das Unternehmen sein erstes Produkt, Skyhammer, in kurzer Zeit entwickelt und ausgeliefert. Das zweite System, Starhammer, soll 2027 auf den Markt kommen. Die Belegschaft wird weiter deutlich wachsen. Neben dem Vereinigten Königreich und Deutschland ist Cambridge Aerospace in Polen, Norwegen, der Ukraine und Australien vertreten.

Nur Harell, Geschäftsführer von Cambridge Aerospace Deutschland, wird mit der Aussage zitiert: „Deutschland ist für uns nicht nur ein besonders wichtiger Absatzmarkt, sondern ein bereits bestehender Entwicklungsstandort mit beachtlichem, internationalem Talent, dessen Ausbau wir jetzt beschleunigen.“

Angeführt wurde die jüngste Finanzierungsrunde von DFJ Growth. Beteiligt sind zudem Lux, Accel, Lakestar, Never Lift, Ora Global und Elad Gil & Co, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
lah