Die zwei U-Jagd-Fregatten der Absalon-Klasse sowie die drei Luftverteidigungsfregatten der Iver-Huitfeldt-Klasse werden mit MASS-Selbstschutzsystemen von Rheinmetall nachgerüstet. Wie aus einer jüngst veröffentlichten Mitteilung der dänischen Rüstungsbeschaffungs- und Logistikorganisation für Verteidigung (DALO) auf der europäischen Online-Vergabeplattform TED hervorgeht, wurde die Rheinmetall Waffe Munition GmbH mit der Lieferung von fünf Selbstschutzsystemen für die beiden Fregattenklassen beauftragt.
Neben der Lieferung der fünf Schutzsysteme, bei denen es sich gut informierten Kreisen zufolge um Täuschkörperwerfer des Typs Multi-Ammunition-Softkill-System (MASS) handelt, soll Rheinmetall auch Ausbildungsleistungen liefern. Zudem wurde eine Rahmenvereinbarung über die Lieferung von Munition sowie Wartungsdienstleistungen über eine Laufzweit von bis zu 20 Jahren vereinbart.
MASS ist ein „Off-Board“-Täuschkörpersystem für Marineschiffe zur Abwehr anfliegender Raketen und asymmetrischer Bedrohungen mit einem Herstellerangaben zufolge maßgeschneiderten Soft-Kill- und Screening-Effekt. Das System schützt Schiffe und Boote laut Hersteller vor vielfältigen Bedrohungen wie Angriffen mit Anti-Schiffs-Flugkörpern oder Laser-gelenkten Waffen auf hoher See ebenso wie in küstennahen Gewässern oder auf Flüssen. Es biete multispektrale Täuschung mit nur einem System. Hierzu deckt es dem Hersteller zufolge alle relevanten Wellenlängenbereiche ab, darunter Radar, Ultraviolett, Elektro/Optische Sensoren, Laser und Infrarot.
Die vom System eingeleiteten Gegenmaßnahmen erzeugen ein Scheinziel, welches der anfliegende Flugkörper dann als höherwertiges Ziel interpretiert, wodurch er letztlich seinen Kurs ändert. MASS bringt diese Gegenmaßnahmen autonom aus und berücksichtigt dabei Wind und die Navigationsdaten des Schiffes sowie Informationen über die Art der Bedrohung.
Aufgrund seiner Modularität lässt sich MASS nach Angaben von Rheinmetall auf Schiffstypen jeglicher Größe installieren – vom Offshore Patrol Vessel bis zur Fregatte. Es könne mit geringem Aufwand in bestehende Führungs- und Waffeneinsatzsysteme integriert oder als Stand-alone-System betrieben werden.
Waldemar Geiger















