Airbus hofft auf Weiterbetrieb der Tiger-Flotte nach 2025

Australien will seine Flotte von Tiger-Kampfhubschraubern aufgrund von diversen Problemen mit dem Luftfahrzeug eigentlich Mitte der kommenden Dekade ausmustern. Doch  der Hersteller Airbus Helicopters kämpft für einen Weiterbetrieb bis in die 2040er Jahre und sieht Chancen für einen Erfolg. Für die weitere Nutzung spricht der Fakt, dass sich seit dem Weißbuch von 2016, in dem die Beschaffung eines Nachfolgemusters gefordert wurde, die Verfügbarkeit des Tigers auf 65 Prozent erhöht hat, wie der neue Managing Director Airbus Australia Pacific, Andrew Mathewson, im Gespräch mit hartpunkt.de erläuterte.

Überdies seien mittlerweile die so genannten Cost of Ownership um 30 Prozent gesenkt und die Ersatzteilverfügbarkeit deutlich gesteigert worden, sagte der ehemalige Generalmajor der Australian Army. Der Hubschrauber werde gegenwärtig für den Einsatz von den neuen amphibischen Landungsschiffen der australischen Marine vorbereitet. Überdies soll der Tiger seiner Aussage zufolge mit einem Daten-Link zur Verbindung mit dem Battle-Management-System des Heeres ausgestattet werden.

Das Australian National Audit Office hatte 2016 in einer Untersuchung zahlreiche Probleme im Zusammenhang mit den Fähigkeiten und dem Betrieb des Kampfhubschraubers bei den australischen Streitkräften festgestellt. Demnach hatte der Hubschrauber 76 Fähigkeits-Defizite in Bezug auf die damals aktuellen und zukünftigen operationalen Erfordernisse des Militärs aufgewiesen. Von diesen wurden 60 als kritisch eingestuft. Zu den Einschränkungen gehörten unter anderem Beschränkungen beim Einsatz von Schiffen, bei der Interoperabilität, nicht ausreichende Flugstunden sowie Unzulänglichkeiten beim Dachvisier, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Nach Aussage von Mathewson kam das Audit Office allerding nur deshalb auf die Zahl von 76 Defiziten, weil Fähigkeiten aufgeführt wurden, die bei Beschaffung des Systems noch gar nicht definiert waren. So etwa die Forderung, mit einer Drohne zu interagieren.

Mathewson wertet es als positives Zeichen für sein Unternehmen, dass der Service-Kontrakt für den Betrieb des Tigers vom australischen Verteidigungsministerium jüngst bis zum Jahr 2025 verlängert wurde. Laut Airbus umfasst der Vertrag unter anderem die Wartung, das Training von Crew und Mechanikern, eine umfassende Ersatzteilversorgung sowie die Entwicklung und das Testen von Systemen und Software. Australien verfügt gegenwärtig über 22 Tiger-Kampfhubschrauber, die bereits mehr als 30.000 Flugstunden absolviert haben. Offenbar nutzen die Australier den Helikopter stärker als andere Staaten. Denn die laut Airbus 181 an die australischen, französischen, deutschen und spanischen Streitkräfte gelieferten Maschinen kommen kumuliert auf über 115.000 Flugstunden.

Mathewson geht davon aus, dass nach der anstehenden Wahl einer neuen Regierung in Australien auch in neues Weißbuch erstellt wird. Dieses werde vermutlich  Aufschluss über das weitere Vorgehen beim Tiger geben.
lah/17.4.2019