Das US-Heer hat begonnen, die mögliche Integration von automatisierten, Drohnenabwehr-Waffenstationen des US-Herstellers Allen Control Systems (ACS) auf Abrams Kampf- und Bradley Schützenpanzern zu erproben. Dies gab ACS am 30. Oktober über soziale Medien bekannt. Bei den gezeigten Systemen handelt es sich jedoch vorerst um nicht schussfähige Dummys.
Die auf den Bildern des Unternehmens erkennbaren Testdummys zeigen leicht abgewandelte Varianten der Bullfrog-Waffenstation von ACS in der eine M240-Maschinengewehratraape eingerüstet ist und die Optronik seitlich an der Waffenstation angebracht ist. Die Dummys zeigen jedoch sehr eindringlich den großen Richtbereich der Waffenstation nach oben, was eine Kernvoraussetzung für die effektive Abwehr von Bedrohungen aus der Luft ist.
Das im US-Bundesstaat Texas ansässige und 2022 gegründete Defense-Start Up Allen Control Systems hat seine mehrkaliberfähige, hochautomatisierte Waffenanlage zur Drohnenabwehr mit der Bezeichnung Bullfrog im April 2024 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das kompakte System ist für die Integration auf Fahrzeugen oder als ortsfeste Anlage zum Schutz von Einrichtungen und Gebäuden entwickelt worden. Als Energieversorgung ist ein 24V-Anschluss notwendig, wodurch die Bullfrog kompatibel mit den gängigen Fahrzeugen der NATO ist. Bei einem Gewicht von knapp 75 kg (ohne Munition) ist zudem auch das Einrüsten in vergleichsweise leichte Fahrzeuge möglich.
Die im April 2024 vorgestellte Version nutzte noch ein M240C-Maschinengewehr im Kaliber 7,62 × 51 mm als kinetische Effektor. Seitdem wurde die Palette der einrüstbaren Waffen mit Drehrohrrohrmaschinengewehren sowie dem schweren M2 Maschinengewehre im Kaliber 12,7 x 99 mm erweitert. Zudem kann auch eine M230-Maschinenkanone im Kaliber 30 × 113 mm integriert werden. Somit seien dem Hersteller zufolge Drohnen der NATO-Klassifizierung 1 bis 3 in einem Entfernungsband von 800 m bis 1500 m zuverlässig bekämpfbar.
Unabhängig von dem verwendeten kinetischen Effektor verfügt jede Bullfrog über eine vollkommen passive Sensorik. Zur Zielidentifikation, der Verfolgung sowie der Entfernungs- und Haltepunkbestimmung ist zu keinem Zeitpunkt das Emittieren von elektromagnetischen Strahlen notwendig, wodurch die Signatur des Systems auf dem Gefechtsfeld überaus gering ausfällt. Die Verarbeitung der Zieldaten und die Ausrichtung und Feueröffnung kann vollständig automatisiert ablaufen. Wahlweise kann in einem teilautomatisierten Modus der Bediener der Waffenanlage diese nicht nur überwachen, sondern auch die Feuereröffnung aktiv auslösen. Durch eine digitale Schnittstelle kann jede Waffenstation mit ein Battlefield Management System verbunden und so in eine mehrschichtige Drohnenabwehr integriert werden.
Dass das Bullfrog System nicht nur für die Anwendung an Land, sondern auch für die Integration in maritime Systeme geeignet ist, hat die Mitteilung von Allen Control Systems Ende September gezeigt. Demnach hat der Hersteller einen Auftrag für die Lieferung einer unbekannten Menge an Waffenstationen zur Drohnenabwehr an das US-Spezialkräftekommando erhalten. Diese sollen der Mitteilung zufolge auf Wasserfahrzeugen eingerüstet werden.
Kristóf Nagy


















