Die schwedische Beschaffungsbehörde FMV (Försvarets materielverk) hat eigenen Angaben zufolge den ersten kampfwertgesteigerten Kampfpanzer Leopard 2 – in Schweden unter der Bezeichnung Stridsvagn 123A (Panzer 123A) eingeführt – von KNDS Deutschland erhalten. Wie es in einem Beitrag auf der FMV-Webseite heißt, ist das erste System jüngst in Schweden eingetroffen.
Nach Aussage von Niclas Lindberg, Abteilungsleiter der Panzerabteilung bei der FMV, stehen nun unter anderem die Systemabnahme, die Schulung des Personals der schwedischen Streitkräfte sowie der weitere Aufbau der übrigen Teile des gesamten Systems an. Im Rahmen des „Stridsvagn-123-Systems“ beschaffen die schwedischen Streitkräfte nicht nur den modernisierten Kampfpanzer, sondern auch neue Munition, Simulatoren, Ausbildungsmittel, administrative Unterstützungssysteme, technische Dokumentation, Infrastruktur, Wartung und Ersatzmaterial. Die Übergabe des Systems von der FMV an die schwedischen Streitkräfte ist eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr geplant. Zunächst wird der nun übernommene Kampfpanzer für die Ausbildung von Ausbildern sowie des Instandsetzungspersonals genutzt. Die Ausbilder sollen im nächsten Schritt die Panzerbesatzungen der schwedischen Streitkräfte ausbilden.
Wie hartpunkt berichtete, hat die FMV im Oktober 2023 den Münchener Panzerbauer KNDS Deutschland mit der Modernisierung von insgesamt 44 in den 1990er Jahren eingeführten Kampfpanzern des Typs Stridsvagn 122 auf den Rüststand Stridsvagn 123A beauftragt. Die ersten modernisierten Systeme sollten 2026 den schwedischen Streitkräften zulaufen. Der Auftragswert belief sich umgerechnet auf etwa 300 Millionen Euro. Im Januar 2025 erfolgte dann die Mitteilung, dass KNDS Deutschland auch mit der Umrüstung der verbleibenden 66 Stridsvagn 122 auf den Rüststand Stridsvagn 123A beauftragt wurde.
Die Umrüstung umfasst einer früheren FMV-Meldung zufolge den Austausch praktisch aller elektronischen Komponenten des Panzers, so dass der Stridsvagn 123A vergleichbar mit anderen modernen Leopard 2 ausgestattet sein wird. Des Weiteren erhalten die Panzer eine neue L55-Kanone mit besseren Möglichkeiten zur Munitionsprogrammierung, neue Nachtsichtsysteme für den Richtschützen und den Panzerkommandanten sowie eine Nachtsichtkamera für den Fahrer und schließlich eine neue Ketteneinheit einschließlich Ketten. Damit wird der Kampfpanzer auf einen Stand gebracht, der zumindest in puncto Wirkung einem Leopard 2 A7/A8 vergleichbar sein dürfte. Gleichzeitig erhalten die Stridsvagn 123A ein höheres Schutzniveau sowie eine APU (Auxiliary Power Unit). Der Umrüstungszeitpunkt für die 66 Systeme wurde mit dem Jahr 2028 angegeben, nachdem die ersten 44 kampfwertgesteigerten Stridsvagn 123A den schwedischen Streitkräften übergeben wurden. Mit Abschluss der Maßnahmen wird im Jahr 2031 gerechnet.
Insgesamt werden die schwedischen Streitkräfte dann über 154 moderne Kampfpanzer mit der Bezeichnung Stridsvagn 123 verfügen, 110 davon in der Variante Stridsvagn 123A und 44 in der Variante Stridsvagn 123B, die aktuell neu gebaut werden und dem Rüststand Leopard 2 A8 entsprechen – jedoch ohne das abstandsaktive Schutzsystem Trophy.
Waldemar Geiger















